Barbara Schilling Kolumne

Barbara Schilling, Autorin der Hundebuchreihe „Columbo“, schreibt für dogSpot humorvolle
und spannende Kurzgeschichten über ihren Golden Retriever Columbo,
dem Star der Buchreihe.
Eine haarige Angelegenheit
Kennt ihr das? Es ist ein ganz normaler Tag, ein herrlicher Sommerabend könnte man denken: Kumpels auf der Straße begrüßen, Laternen-Wett-Bepinkeln und Katzen erschrecken (ok ok, dann eben erschreckt werden). Alles scheint, so wie immer, denn man ahnt noch nicht, was auf einen zukommt …
Frauchen und ich schlendern durch die warme Stadt und biegen schließlich an ungewohnter Stelle ab. Wow, auf diesem idyllischen Hinterhof war ich noch nie. Interessiert erschnüffele ich die Lage. Doch mein Frauchen steuert gradewegs auf die Tür zu, an der in großen Lettern „Hundesalon" steht. Cool, denke ich, ein Salon mit Hunden, so wie ein Spielsalon voller Spiele.

Während ich noch mit solcherlei essentiellen Gedankengängen beschäftigt bin, hat das beste Frauchen von allen bereits die Klinke gedrückt. Neugierig quetsche ich meinen dicken Kopf zwischen ihren kurzbehosten Beinen hindurch, um einen Blick ins Innere des „Salons" zu erhaschen. Eine elegante Golden Retriever Dame thront stolz dreinblickend auf dem Salontisch. Vor Hingabe kriege ich den Mund nicht mehr zu; unwillkürlich beginne ich zu sabbern. Sie hat glänzende braune Augen und ein wunderschönes cremfarbenes Fell, allerdings trägt sie es ein wenig kurz. Doch die Liebe muss wieder einmal warten, denn mir wird – im wahrsten Sinne des Wortes – die Tür vor der Nase zugeschlagen. Von einem Bein auf's andere tretend erwarte ich draußen im Hof meine Herzdame und lausche jedem Geräusch, das durch das Kippfenster zu uns nach außen dringt. Hm, das klang wie ein Seufzer. Ob sie mich wohl vermisst? Und das war ganz undamenhaft ein gebellter Fluch; du liebe Güte – was treiben die da drinnen? Langsam wird mir doch etwas mulmig hier. Derweil sich die Ängste in meinem Kopf zu überschlagen drohen, öffnet sich die Tür und mein Traum wird wahr. Da steht die schönste Hündin der Welt vor mir. Wunderbar, dieser grazile Kopf, die weich fließenden Ohren, der lange Hals … Huch, ich stutze, kann es nicht glauben – sie ist ja: nackt! Ich weiß gar nicht, wo ich hinschauen soll vor Scham bis mir bewusst wird, dass sie gar nicht nackt, sondern nur - wie soll ich es ausdrücken - „beschnitten" ist.

Ihr Fell ist so raspelkurz wie der Stoppelbart meines Herrchens. Wow, wie sich das wohl anfühlt? Noch ehe ich sie fragen kann, geht sie an mir vorbei und ich werde zurück in die Realität geholt. Ein letzter Blick; mon amour … Dann wende ich mich schweren Herzens neuen Aufgaben zu und betrete aufmerksam um mich blickend den „Salon". Ich laufe an den vielen seltsamen Utensilien vorbei. Frauchen geht mit mir zu meiner großen Erleichterung daran vorüber. Noch einmal Glück gehabt. Sie löst mein Halsband und ich stürme los, denn ich habe etwas höchst Erfreuliches in der Ecke entdeckt: meine Kumpels! Dort hinten liegen sie auf einem riesigen Haufen: Axel, der Westi, Frieda, die Schnauzerdame, sogar Otto, der Neufundländer ist hier – na, wenn das keine gelungene Überraschung ist! Mit einem Satz bin ich mitten unter ihnen … Doch meine Verwirrung ist groß, als ich feststellen muss, dass ich hereingelegt wurde: keine Kumpels, nur Perücken! Pikiert sehe ich die kleine Frau mit dem Besen an. Doch diese fegt den Tisch neben sich ungerührt weiter. Ui, plötzlich kommt mir ein Gedanke, und ich mache große Augen. So ein Tisch steht auch an einem anderen besorgniserregenden Ort: beim Tierarzt! Argh, nächster Schock, Tierärztin = Frau, die immer ganz lieb tut und mir dann mit fiesen Spritzen und tiefgehenden Rektaluntersuchungen kommt; Alarmstufe rot … Unauffällig spaziere ich Richtung Ausgang. Vielleicht kann ich mich davonstehlen, während Frauchen mit der komischen „Salon"-Frau redet und hole sogar noch die fast nackte Retti-Dame ein. Doch, aus der Traum. Im nächsten Augenblick finde ich mich schon auf dem vermaledeiten Tisch wieder. Oje, ist das hoch; zumindest kommt es mir vor, als schaute ich vom Berliner Funkturm hinunter. Mit wackeligen Knien versuche ich einschüchternde Blicke auszusenden, schließlich wollen sie mir an die Wäsche! Aber mein Frauchen muss bei meinem erbärmlichen Anblick nur lachen. Das wird in der nächsten Stunde noch mehrmals passieren …

Oh nein, nun kommt die Frau mit der großen Schere. Erschrocken versuche ich mich unsichtbar zu machen, doch meine 35 kg lassen sich nicht so einfach wegbeamen. Verflixt, jetzt spricht sie mich an. Ok, cool bleiben, nur keine Nervosität zeigen. Hm, funktioniert nicht recht. Stur schaue ich auf die schwarze Gummimatte unter meinen Pfoten und versuche mit mentaler Anstrengung, den Frauen angesichts meiner Angststarre ein schlechtes Gewissen zu machen. Doch vergeblich: Die Inhaberin mit der lustigen Kurzhaarfrisur ignoriert erfahren meinen leidenden Blick, während ich ängstlich auf dem Tisch hocke … Hilfe, jetzt werde ich auch noch angefasst, ich kann den Todesschnitt an der Kehle förmlich spüren, gleich ist es um mich geschehen. Ich sehe schon mein ganzes Leben an meinem inneren Auge vorbeiziehen: Meine ersten Wochen als Welpe an Mamas warmen Zitzen, das Balgen mit meinen Geschwistern und schließlich mit meiner neuen Familie, Frauchens Gesicht als ich den benutzen Kaffeefilter gefressen habe, die blinde Angst, als ich mit meinem Kopf zwischen den Treppengeländerstreben stecken geblieben bin, das Kräftemessen mit dem bösen Staubsauger und dem italienischen Lederschuh, die Jagd nach dem Gartenzwerg, Herrchens Schrei als ich sein Hosenbein markiert habe … Ich Häufchen Elend zucke beim ersten Summen des Haarschneiders erschrocken zusammen, dann lasse ich alles stoisch über mich ergehen - ich dulde, ich ERdulde … Hab ich eine Wahl?

Der erste Schnitt ist bekanntlich der Schwerste. Während ich noch die schlimmsten Befürchtungen über monströse Tieropferrituale hege, staune ich, was da an meiner Brust hervorkommt: blütenweißes Babyfell. Kein Blut, nur Haare. Ich falle vor Erleichterung beinahe in Ohnmacht, kann mich aber mit Rücksicht auf das blasse Gesichtchen meines Frauchens gerade noch zurückhalten. Trotzdem, schön ist das nicht und meine Zustimmung zu dieser Fell-Trimm-Prozedur habe ich auch nicht gegeben, zumindest nicht schriftlich, denke ich trotzig.

Ich werfe hilfeheischende Seitenblicke zu meinem Frauchen hinüber. Doch sie schluckt nur und scheint zu beten, dass ich weiterhin still halte und sie nicht mit einem Hund mit halbem Irokesenschnitt nach Hause schleichen muss. Na toll, und wer fragt, ob ich aussehen will wie Kojak?! Na ja, zumindest können sie weiterhin nicht mehr viel mit mir anstellen; für Dauerwelle, Haarspülungen oder Strähnchen fehlt nach diesem Radikalschnitt schlicht und ergreifend das Material …

Beiläufig wechselt die Frau den Schneideaufsatz; ha, denke ich bitter, war wohl doch etwas kurz, so direkt über der Haut, wahr? Noch kürzer und die kann es als Peeling statt als Haarschnitt verkaufen. Doch zu früh gefreut; sie hat tatsächlich noch einen kürzeren Aufsatz gefunden, der an den betroffenen Stellen meine Haut rosa durchschimmern lässt. Ja klar, Murphy's Gesetz, es kommt immer noch schlimmer als man denkt, versuche ich mich zu trösten und übe mich in Apathie. Als die Frau mit dem fiesen Ratzefatze-Gerät an meine Weichteile kommt, bin ich doch wieder voll bei der Sache. Ich halte freiwillig still, nun da diese fremde Dame alles „in der Hand hat", was mir außerordentlich wichtig ist. Angestrengt verrenke ich mir den Kopf, um zu sehen, ob – schnipp schnapp - ich schon meinen Namen ändern muss; in „Caroline" oder ähnliches. Doch ich habe Glück; sie hat ein bisschen etwas dran gelassen, vor allem an den wichtigen Stellen, die nicht wieder nachwachsen, puh! Ich werde wie ein dummes Schaf geschoren, hoffentlich verzichten sie wenigstens auf das Herden-Branding! Zum Schluss präsentiert die Dame mit der elektrischen „Sense" meinem Frauchen einen dicken Haufen Columbo-Haar, mich total verstörten Hund in Gestalt eines neu geborenen Lämmchens und eine saftige Rechnung. Halleluja! Mein Frauchen fackelt nicht lange, bezahlt und flieht mit mir Nackedei vom „Ort des Grauens", wo ich ganz schön Haare gelassen habe. An der Straßenecke bleibe ich stehen. Vorsichtig strecke ich den Kopf herum, um zu checken, ob dort irgendwo Hunde unterwegs sind, denen meine peinliche Aufmachung ins Auge fallen könnte. Das würde unangenehm werden, schließlich sehe ich aus wie ein gerupftes Huhn: Der maskuline majestätisch behaarte Golden Retriever hat sich innerhalb einer Stunde in einen schlaksigen Labrador Welpen mit zu großen Füßen verwandelt. Meine Kumpels würden mir unsensibel das Aussehen eines Ganzkörper-Fleecepullis bescheinigen. Auf Umwegen schleichen wir nach Hause, wo sich Herrchen bei meinem Anblick erst einmal einen Schnaps genehmigt; dabei war das alles seine Idee – von wegen Sommerfrisur …
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Ich stehe auf der Wiese, die Muskeln gespannt, den Blick gebannt. Und warte darauf, dass mein Frauchen endlich die olle Kastanie aus dem Vorjahr wirft.
Columbo hat einen neuen Freund: ein ziemlich cooler Typ. Ca. 1,75 m, breiter Rücken runder Kopf und sehr blass.
Kennt ihr das? Es ist ein ganz normaler Tag, ein herrlicher Sommerabend könnte man denken: Kumpels auf der Straße begrüßen, Laternen-Wett-Bepinkeln und Katzen erschrecken (ok ok, dann eben erschreckt werden). Alles scheint, so wie immer, denn man ahnt noch nicht, was auf einen zukommt …
Wenn Columbo und ich Besorgungen machen, entwickelt sich unser kleiner Ausflug nicht selten zu einem wahren „Event". Denn nicht allein, dass mein hoch geschätzter Vierbeiner keine Gelegenheit auslässt, meine Coolness und nicht selten die der anderen Leute gleich dazu auf die Probe zu stellen, oft wird er auch noch ermutigt. Mit Schmatz- und Grunzlauten, die ans Unanständige grenzen, versuchen Passanten meinen Hundekönig zu sich zu locken.
Columbo Freundin gleicht ihm in gewisser Weise bis auf’s Haar: Vier tapsige Pfoten, weiches Fell, zwei süße Ohren und eine immer feuchte Nase. Außerdem teilen sie die drei Vs: verfressen, verspielt, verpennt. Allerdings ist sie eine Katze.
Weihnachten, Silvester - vorbei die schönen freien Tage. Nun muss Frauchen wieder malochen. Das Gute daran: Ich darf mit! So langweile ich mich nicht allein zu Hause, sondern mache das Büro unsicher. Ich mische öde Meetings auf, kündige Stunden vorher den Postboten an und bin Meister im Auflecken von verschüttetem Kaffee, so lange er gesüßt ist. Ansonsten bewache ich Frauchens Schreibtisch, jage Staubmäuse oder stöbere im Fotoatelier in den Requisiten.
Neulich hatte ich eine Begegnung der dritten Art: Ich habe SIE gesehen. Sie schwebten in ihrem Raumschiff schräg über uns – ganz langsam und gerade; ich war …. sprachlos.
Früher mussten Hunde jagen können, um zu überleben - heute müssen sie niedlich gucken können.
Ihren feinen Geruchssinn benötigen unsere modernen vierbeinigen Hausgenossen vor allem zum Aufspüren der Mahlzeit-Locations: Wo wird wann was gegessen? Und wie hoch stehen die Chancen, dass etwas "vom Teller“ fällt?
Gestern hatte mein Frauchen seine „sentimentale Phase“, sprich sie hat mich geknuddelt bis zum Abwinken. Mir war schon ganz warm und eng und überhaupt … ich schielte immer hilfesuchend und hoffnungsvoll nach links, wo Herrchen mit dem Schinken saß...
Sechsbeinig, ich und mein Frauchen, waren war am Wochenende auf einer Gartenparty. Echt lustig … so viele Leute, so viele Streicheleinheiten – so viele Würstchen! Cool, Könnte ich jede Woche machen, obwohl mein Frauchen gar nicht mehr so begeistert war...
Seit zwei Stunden latschen wir mit unseren Freunden durch den feiertags gut besuchten Park. Meine Achselhöhlen sammeln die Wärme der Witterung. Unser Rüde Columbo schnuppert hemmungslos an jedem Schoß in seiner Nasennähe …
Unser Süßer liebt jede Art von Spaß und Spiel ...
Somit artete unser abendliches Zähneputzen, der menschlichen Zähne ;-), neulich in ein wildes Ratespiel aus:
Ich und Katzen … ja, ein Thema für sich!
Ich also zur Pflege bei Verwandten – schlimm genug und dann noch mit Katze …
Columbo ist so süß, wie er nach einem langen Spaziergang in der Hitze lahmt.
Schnaufend latscht er neben mir her, während er anfangs noch voller Tatendrang voran galoppiert ist. Doch plötzlich kommt wieder Leben in ihn und er...
Meine neueste Eroberung ist zarte 12 Wochen alt und zum Anbeißen niedlich. Der kleine Goldie-Rüde ist echt frech ...
... mit viel Zeit und Spucke kriege ich jeden Knochen klein Bin sogar passionierter Steinkauer, aber das darf ich nicht ...
So, es war ein heißer Sommertag. Wir besuchten Freunde, juchuh. Ich durfte natürlich mit. Allerdings sind diese unter die Gartenliebhaber gegangen und pflegen mit viel Liebe und Zeitaufwand ihren großen prächtigen Garten...
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