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Gehorsam und Motivation

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Eintrag vom 18.02.2012

Eigentlich geht es immer um die Motivation, ein Hund ist genau so wenig dafür geboren, uns einfach ohne Grund zu gehorchen, wie wir dafür geboren sind.
Früher hat man sehr viel über Strafe erzogen.
Diese Art der Erziehung ist aber nicht einfach, sie erfordert sogar fast mehr Verständnis und Einfühlungsvermögen als wenn man mit Belohnung arbeitet.
Dies ist so, weil die Konsequenz bei schlechter Belohnung, die ist, dass der Hund ganz einfach nicht das macht, was wir wollen, wir aber einen Hund kaputt machen können, wenn wir falsch Strafen.
Das kann "nur" zu einfachen Verhaltensproblemen führen, kann aber auch einen Hund so traumatisieren, dass er so leidet, wie man es von Kriegsveteranen und Folteropfern her kennt.

Diese Problematik aber auch das unsere Gründe, einen Hund zu halten heute normalerweise sozialer Natur sind, bringt mich dazu, Erziehung über Strafe normalerweise abzulehnen.
Was macht es für einen Sinn, wenn wir ein Lebewesen als Sozialpartner halten und dabei zu Folterknechten werden.
Damit tun wir nicht einmal uns selbst etwas gutes.

Wenn man einen Hund mit Belohnung erziehen will, muss man sich zuerst einmal bewusst machen, dass ein Hund Bedürfnisse hat.
Diese Bedürfnisse sind die echten Belohnungen, nicht das, was wir als Belohnung empfinden, sondern das, was ein Hund als Belohnung empfindet.
Bedürfnisse verändern sich aber die ganze Zeit, es ist sogar so, dass wenn ein Bedürfnis einigermassen gestillt ist, sich deswegen eigentlich immer neue Bedürfnisse bilden.
Deshalb müssen wir mit unseren Belohnungen immer wieder gegen andere Bedürfnisse ankämpfen.

Hunde können nun aber uns nicht sagen, was für Bedürfnisse sie haben.
Dieses Problem lösen Hunde ganz einfach, sie zeigen uns, dass sie andere Bedürfnisse haben.
Deshalb stehen wir immer wieder mit dem Leckerli in der Hand da und der Hund macht nicht dies, was wir von ihm wollen.
Es ist für einen Hund wirklich die einzigste Art uns zu zeigen, dass das Bedürfnis nach Fressen kleiner ist, wie ein anderes Bedürfnis das er in diesem Moment hat.

Wir können darauf reagieren, indem wir versuchen, ihm mit der Befriedigung von anderen Bedürfnissen zu belohnen.
Zum Beispiel hat ein Hund ein Bedürfnis, nach sozialen Kontakten und er hat auch ein Bedürfnis, zu hetzen.
Dies können wir ausnützen, indem wir ihm Spiel als Belohnung anbieten.

Einer der wichtigsten Triebe, die ein Hund hat und die wir Menschen sogar auch haben, ist der Trieb, den wir beim Hund Rudeltrieb nennen.
Hunde haben das Bedürfnis, nicht alleine zu sein.
Wie bei uns ist dieses Bedürfnis nicht immer gleich gross und es kann ohne Probleme zeitweise so sein, dass dieses Bedürfnis im Moment kleiner ist, wie andere Bedürfnisse.

Trotzdem ist dieses Bedürfnis eigentlich der einzigste Grund, weshalb wir es uns erlauben können, Hunde ab der Leine zu lassen, in Gebieten, die nicht speziell gesichert sind.
Wenn ein Hund nicht mit uns zusammen sein will, dürfen wir ihn ganz einfach nicht ab der Leine lassen.
Leider ist dies dann aber auch nicht so einfach, wie sich das zuerst liest, eben weil sich die Bedürfnisse die ganze Zeit ändern.
Wer kennt das nicht, da taucht plötzlich ein Hase aus dem Nichts hervor und der Hund stellt sich sofort auf den Jagdtrieb ein.
In solchen Momenten stehen wir als HH immer wieder dumm da, weil wir plötzlich dem Konfrontiert werden können, dass ein anderes Bedürfnis im Moment gerade grösser ist, als das Bedürfnis, mit uns zusammen zu sein.
Hunde, bei denen der Hetztrieb aussergewöhnlich gross ist, kann man deswegen nur auf gesichertem Gelände frei laufen lassen.
Wie zum Beispiel Afghanen, die haben einen aussergewöhnlich grossen Hetztrieb und sind dann noch zusätzlich Augenjäger, was bedeutet, dass die immer etwas sehen können, dass wir noch nicht bemerkt haben, dass die dann noch bereit sind, bis zum Horizont zu rennen, macht es nicht einfacher.

Dies sind die Gründe, weshalb ich jedem empfehlen möchte, dass er über die Bedürfnisse seines Hundes nachdenkt, wenn der nicht kommt wenn man ihn ruft.
Ein Hund kann ganz einfach auf keine andere Art einem klar machen, dass wir nicht genügend auf seine Bedürfnisse Rücksicht genommen haben, wie indem, dass er nicht auf den Abruf kommt, wenn er weiss was der Abruf bedeutet.

Kommentare als RSS-Feed abonnieren 3 Kommentare

Imani72
21.04.2012 18:19 Uhr
Habe einen 8 1/2Mon.jungen Kleinspitzrüden,der sich vor eigentlich allem fürchtet,kommt von einem Bauernhof und lebt jetzt seit 3 Wochen bei mir.Es ist auf Grund seiner Ängstlichkeit sehr schwer ihn für etwas zu motivieren,allerdings auch nicht ganz unmöglich.Gruß Vera und Balou,ach ja wenn ich ihn nicht ab und zu aus seinem Versteck hole,würde er sich gar nicht lösen .
Brigittewoywodt
17.05.2012 19:19 Uhr
Habe seit 2 Jahren einen Boerbel 4 Jahre alt. Er musste sich selber Ernähren.
Ich habe das mit Tüten aufreißen hin bekommen, er reißt keinen Menschen mehr die Tüten auf und untersucht diese nach Fressbarem.
Aber wehe Freunde geben meinem Hund ein Leckerli dann wir er immer fordernder.
Im Biergarten, wir sitzen abseits, aber alles riecht nach essen. Eimal etwas zum Essen gegeben und er geht auf alles los was essbar ist.
Unterwegs im Wald, trotz Belohnung wenn er nichts auf vom Boden isst, sucht er weiter was zum essen. Da bekomme ich große Angst, das er mal vergiftet wird.
Wie gesagt Belohnung, mit Wasser schon alles ausprobiert. Wie kann ich vorgehen.
Bin über jede Hilfe Dankbar.
Binchen03
17.03.2013 18:14 Uhr
Haben seit kanpp einem Jahr einen Schäfer - Spitz - Colliemischling. Haben SIMBA von einem Bekannten geschenkt bekommen, da die Bezihung Simba's Vorbesitzer in die Brüche ging. Anfangs war es einigermaßen schwierig, da er sich erst an uns, als neue Besitzer gewöhnen mußte, aber nach fast einem Jahr, hat mein Lebensgefährte noch immer Schwieirgkeiten mit Simba spazierenzugehen, da Simba nicht gehorchen will und er ständig an der Leine zieht. Ich habe da eher weniger Probleme, bei mir zieht Simba nicht mehr so extrem an der Leine. Ich habe nur die Schwierigkeit, wenn ich Simba mal ableine, da er dann nurmehr herumdüst und nicht mehr auf mein rufen horcht.Bitte um Rat, was wir in diesem Fall besser machen können!

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