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Zwei Geschichten über Kinder und Hunde

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Eintrag vom 11.02.2011

Es kam einmal ein Mann, den Tränen nahe aber gleichzeitig auch zitternd vor Wut, in eine Tierarztpraxis.
Er verlangte vom Tierarzt, dass er auf der Stelle seinen Hund einschläfern solle, ein relativ junges, fröhliches und kontaktsuchendes, gelbes Labradorweibchen.
Der Hund habe gegen seine Kinder geknurrt und geschnappt.
Der Tierarzt nahm den Hund entgegen, wartete aber den ganzen Tag bis zum Feierabend, weil er hoffte, das sich der Besitzer umbestimmen würde.
Am Feierabend beschloss er, dass er es nicht länger vermeiden konnte, schliesslich war es seine Aufgabe, die Tiere möglichst schmerzfrei zu töten und der Hund war ja scheinbar wirklich gefährlich für Kinder.
Nachdem er dem Hund die tödliche Spritze verabreicht hatte, strich er sanft über die Flanke des Hundes.
Dabei spürte er Fremdkörper unter dem Fell.
Als er das genauer Untersucht hatte, hatte er fünf abgebrochene Farbstifspitzen im Körper des Hundes gefunden.
Die Kinder sagten dann viel später, dass sie doch nur den Hund hätten anmalen wollen.

Die Details etc.. verändern sich andauernd und ich kenne niemanden, der sagt, er kenne einen der Beteiligten.
Deshalb ist es für mich "nur" ein moderner Mythos.
Trotzdem, jeder der Kinder und Hunde kennt, kann sich absolut vorstellen, das diese Geschichte so geschehen sein könnte.


Dann möchte ich noch über ein eigenes Erlebnis berichten.
Ich war damals noch ein Kind, als ich einen kleinen Pudel alleine vor unserem nächsten Einkaufszentrum sah.
Sofort ging ich hin und wollte ihn streicheln.
Der Pudel schnappte nach mir und erwischte mich an der Hand, was Schürfwunden auf der Hand hinterliess.
Weinend ging ich zu meiner Mutter und sagte ihr, dass mich der Hund gebissen hätte und zeigte ihr die Hand.
Ich bekam auf der Stelle gleich eine Ohrfeige und meine Mutter sagte zu mir: "Ich habe es Dir schon gesagt, Hunde können nicht "Nein"-sagen, Du musst immer vorher die Besitzer fragen.
Es geht mir nicht um Sinn oder Unsinn der Ohrfeige und ich möchte darüber auch nicht diskutieren.
Ich war damals drei oder vier Jahre alt und mir ist erzählt worden, dass ich von Tieren schon immer begeistert war.
Für mich war auch nicht die Schmerzen von Bedeutung, mir hat Eindruck gemacht, dass man, auch wenn man gar nichts böses will, gleich zwei Mal für eine Handlung bestraft werden kann.
Diese Begeisterung hat durch die Ohrfeige keinen Schaden genommen, auch wenn ich es erst viel später richtig verstand, was meine Mutter damals zu mir sagte.
Dafür weiss ich aber ihre Worte bis heute und ich kann mir nicht vorstellen, sie je vergessen zu können.
Tiere können nicht "Nein"-sagen.

Kommentare als RSS-Feed abonnieren 1 Kommentare

Gast
12.02.2011 10:35 Uhr
Hallo Laursen,

danke fuer diese Geschichte Meine Mutter hat meinem kleinen Bruder und meinem damals 3 jaehrigen Neffen auch immer wieder "eingehaemmert", dass sie IMMER den Halter fragen MUESSEN, ob sie einen Hund streicheln duerfen. Und ich fand das gut. Und die beiden haben sich auch daran gehalten.
Leider sehe ich immer wieder Erwachsene, die es den Kindern falsch vormachen und sich sofort auf meine Hunde "stuerzen", um sie zu knuddeln und wenn sie dann zuruecktreten und knurren, werde ich dumm angemacht, dass ich ja gefaehrliche Hunde hatte. Haeufig muss ich "Hechtspruenge" in Restaurants oder Cafes machen, um meine Hunde vor den streichelgierigen Menschen zu schuetzen, die nicht mal fragen, sondern einfach auf uns zu stuermen.

Kleine Kinder koennen nichts dafuer und wenn die Eltern nicht aufpassen, dann pass ich eben auf

lg

Bianca und Rudel

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