Bedeuten uns Hunde mehr als Menschen?

christianeadler
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Dass es dabei nicht unbedingt um Böswilligkeit, sondern um einen Akt der Hilflosikeit geht, bestreite ich nicht. Die Pflege des Saubermannimages macht aber mMn die EU unglaubwürdig. Man tötet nicht, sondern lässt töten. Nach deutschem Recht werden aber beide bestraft, der Auftragskiller und sein Auftraggeber. Und es ist auch unterlassene Hilfeleistung, wenn ich mich bei einem Verkehrsunfall nicht als Schaulustiger daneben stelle, sondern wenn ich weiterfahre. Der politische Wunsch ist mMn, dass man für eine Verlagerung bezahlt, damit man das Problem vergessen kann. Wenn man diese Auffanglager braucht, gehören sie auf europäischen Boden und nicht in ein Land, dem man den Beitritt zur EU u.a. wegen Menschenrechtsverletzungen verwehrt.
Die Idee, dass manche Leben weniger wert sind, ist die Wurzel alles Übels auf dieser Welt (Paul Farmer)
Catalou
  • Rudelbeschützer
Beiträge: 2059
In Wien gab es eine Demo (16.000 Teilnehmer) "Gegen Festung Europa".
Ja wie denn - was denn?
Ich schwanke zwischen Humanität und Festung... und nicht nur ich - und ich habe ganz bestimmt keine rassistische Ader.
Die Menschen bedenken nicht, wie viel uns die Humanität kosten wird und woher das Geld dafür kommen soll/muss.

Es ist wesentlich einfacher, einen oder mehrere Hunde aus der Tötungsstation aufzunehmen, als eine ! Familie, die vor Krieg und Tod flüchtete.
Machen wir uns nichts vor: Wir sind allesamt beeinflussbare, arme "Würstchen", die keine Ahnung haben, was die "große Politik"
mit viel Blah-Blah mit uns treibt und dabei selbst nicht weiter weiß.
Catalou
  • Rudelbeschützer
Beiträge: 2059
Original von christianeadler:

Dass es dabei nicht unbedingt um Böswilligkeit, sondern um einen Akt der Hilflosikeit geht, bestreite ich nicht. Die Pflege des Saubermannimages macht aber mMn die EU unglaubwürdig. Man tötet nicht, sondern lässt töten. Nach deutschem Recht werden aber beide bestraft, der Auftragskiller und sein Auftraggeber. Und es ist auch unterlassene Hilfeleistung, wenn ich mich bei einem Verkehrsunfall nicht als Schaulustiger daneben stelle, sondern wenn ich weiterfahre. Der politische Wunsch ist mMn, dass man für eine Verlagerung bezahlt, damit man das Problem vergessen kann. Wenn man diese Auffanglager braucht, gehören sie auf europ

äischen Boden und nicht in ein Land, dem man den Beitritt zur EU u.a. wegen Menschenrechtsverletzungen verwehrt.
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Christiane -die Türkei ist etwas weiter weg von Europa und die Türken haben es nicht so mit den Menschenrechten.
Man überlässt ihnen das, was man aus "ethischen" Gründen in Europa nicht wagt und behält eine weiß/graue Weste.
Zuletzt geändert am 20.03.2016 10:59 Uhr
Gast
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+ 1
Original von Shibaherz:

@Melwin, @Meerestaucher: Macht doch bitte Eurten eigenen thread zu Hartz IV auf!

Das ist hier nicht das Thema.



Das Thema heißt ja: Bedeuten uns Hunde mehr als Menschen? Nicht aber, als Flüchtlinge...?
Aber, ich habe zu diesem Thema so wie so nichts mehr zu sagen. Eins greift nun mal ins andere und so lange Menschen im eigenen Land mit IHRER Lage nicht zufrieden sind, nicht viel oder keine ausreichende Hilfe bekommen, so lange wird den Betroffenen das eigene Hemd näher sein als das des fremden Nachbarn. Und so lange es keine ausreichenden (und passende)Jobs für die eigenen Arbeitslosen gibt (die arbeiten wollen), so lange wird der "kleine Mann " auch nicht verstehen, warum "fremde Menschen" für Jobs geschult werden und dann auch Jobs bekommen und sie nicht. So ist der Mensch nun mal. Der Mensch teilt in der Regel gern, aber es muss auch was zum teilen da sein. Der große Ärger ist m.M.n. auch nur entstanden, weil alle Flüchtlinge auf einmal kamen und ihnen keinerlei "Grenzen" gesetzt wurden. Wäre alles im Ramen gelaufen, hätte es auch keinen Ärger in der Bevölkerung gegeben. Außer natürlich bei denen, die immer auf Ärger aus sind. Namen muss man da wohl keine nennen.
Liebe Grüße von Melwin.
Ilko 1
  • Forenwelpe
Beiträge: 94
Moin, Moin ...

das Titelthema liest sich wie ein Apfel-Wurzel-Vergleich.

Im ersten Moment war ich erschrocken, daß man Menschen und Hunde gleichsetzt.

Im Verlauf des Threads stellt sich raus, daß es um die Flüchtlingspolitik geht. Ein heikles Thema, dessen Problemlösungen leider noch in weiter Ferne liegen.

Für mich gilt: Notwendige Hilfen für Menschen und/oder Tieren vor Ort anbieten/leisten.

Angelika & Vierbeiner
"Wer immer gesagt hat, man könne Glück nicht kaufen .... hat vergessen, dass es Hundebabies gibt." Gene Hill
Shibaherz
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+ 2
@Melwin: Es sind Flüchtlinge gemeint. Ich habe das an anderer Stelle hier im thread erklärt, warum ich es so formuliert habe.
Melwin, ich teile Deine Aussage zum großen Teil, v. a. was ihren sozialpsychologischen Inhalt angeht.
Ich wollte nur nicht, dass jetzt hier en detail über ALG II (Hartz IV) diskutiert wird.

In diesem Zusammenhang interessiert auch, was die Wahlforscher inzwischen über die soziale Verteilung der AfD-Wähler bei den Landtagswahlen herausgefunden haben. Von der Partei selbst heißt es ja, sie sei die Partei der Besserverdienenden (im Vergleich zur NPD). Aber bei ihren Wählern verhält es sich nicht so. Der Löwenanteil ihrer Wähler in allen drei Bundesländern entfällt auf Arbeiter und Arbeitslose. Und diesem Ergebnis entspricht dasjenige bei der Wählerwanderung. Da stellen bisherige Nichtwähler den größten Anteil.
Das beunruhigende Ergebnis gibt aber auch der CDU ganz schön zu knabbern, besonders in Baden-Württemberg, einer traditionellen Hochburg von ihnen. Dort kommen 209 000 Wähler der AfD aus dem Nichtwählerlager, aber 190 000 Wähler sind von der CDU zur AfD gewechselt!
Ich halte das für politisch brisanter als den Wahlsieg der Grünen. Denn der ist einer Persönlichkeitswahl geschuldet und wird sich so nicht wiederholen.


Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Zuletzt geändert am 20.03.2016 15:10 Uhr
Catalou
  • Rudelbeschützer
Beiträge: 2059
Original von Ilko 1:

Moin, Moin ...

das Titelthema liest sich wie ein Apfel-Wurzel-Vergleich.

Im ersten Moment war ich erschrocken, daß man Menschen und Hunde gleichsetzt.

Im Verlauf des Threads stellt sich raus, daß es um die Flüchtlingspolitik geht. Ein heikles Thema, dessen Problemlösungen leider noch in weiter Ferne liegen.

Für mich gilt: Notwendige Hilfen für Menschen und/oder Tieren vor Ort anbieten/leisten.

Angelika & Vierbeiner
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Notwendige Hilfe für Menschen und Tiere vor Ort.. gute Idee (siehe Kosovo Krieg), ABER: Die Flüchtlinge kommen ja nicht nur, wenn auch hauptsächlich, aus Syrien, sondern auch aus dem Irak, Afghanistan. Wer also sollte da vor Ort Hilfe leisten? Privatpersonen sicher nicht. Militärischer Einsatz (Friedenstruppe) - vom wem und wie lange?
Zuletzt geändert am 20.03.2016 16:27 Uhr
Shibaherz
Beiträge: 21205
+ 3
@ Ilko 1: Ich wollte nicht Menschen und Hunde GLEICHSETZEN.
Ich wollte nur, ausgehend von den realen Gegebenheiten (Anzahl der Hundehalter in Deutschland, Ausgaben für Hunde in Milliardenhöhe) zum Nachdenken über die Dinge anregen. Da es ja politische Kräfte gibt, die Panik schüren vor den Kosten, die da auf uns zukommen.

@ Catalou: Hilfe vpr Ort? Gut und schön. Eine langfristige Perspektive. Aber ich finde eben, wir diskutieren die Dinge immer zu sehr von unseren Prinzipien, unseren Prioritäten her, ohne die Motive der Flüchtlinge selbst einzubeziehen. Viele von ihnen wollen eben partout aus ihren Heimatländern weg (nicht nur aus Syrien, sondern bspw. auch aus Afghanistan oder Libyen). Das mag im Einzelfall nachvollziehbar sein, politisch ist es eine andere Frage.

@ Melwin: Die Bundesagentur für Arbeit hat ja ihren eigenen Thinktank. Die haben nun herausgefunden, dass es die Flüchtlinge in erster Linie in die unqualifizierten schlechtbezahlten Tätigkeiten zieht (Gastronomie, Lieferdienste, Wachpersonal u. a.). Dort machen sie den deutschen Langzeitarbeitslosen Konkurrenz. Die "Vordenker" in Nürnberg ziehen daraus den Schluss, dass es notwendig ist, die Flüchtliinge weiterzubilden und weiterzuqualifizieren. Warum? Weil die Flüchtlinge perspektivisch einen Vorteil bei der Konkurrenz auf dem Niedriglohn-Arbeitsmarkt haben: sie sind im Durchschnitt jünger. Und das macht sie eben auch "weiterbildungsfähiger" als die deutschen Langzeitarbeitslosen. Deren Wut über die Konkurrenz man gleichzeitig fürchtet und der man den Boden entziehen will.
Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Zuletzt geändert am 20.03.2016 19:29 Uhr
Catalou
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Original von Ruedieltern:

Irgendwo hat Meerestaucher schon recht. Die EU sollte auch angeglichen werden, wenn es um Sozialleistungen geht.
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Das geht leider nicht, weil nicht alle EU-Länder gleich "reich" sind: Länder, die finanziell "aus dem letzten Loch" pfeifen (siehe Griechenland) können unmöglich die gleichen Sozialleistungen erbringen wie "wohlhabende" Länder. Natürlich wollen die Flüchtlinge dann in jenes Land, wo es mehr Geld gibt.
Shibaherz
Beiträge: 21205
+ 3
So. Ist das nun die Lösung? Bloß nicht selbst die Hände schmutzig machen? Wir überlassen die Sicherung der deutschen und der europäischen Grenze einem autokratischen, halbdiktatorischen Regime? (Es soll ja auch Leute geben, die Grenzsicherung überhaupt für überflüssig halten )
Und wenn die EU der Türkei bei den Beitrittsverhandlungen nicht weit und schnell genug entgegenkommt, dann lassen die mal eben 10 000 Flüchtlinge zu den griechisichen Inseln durch?
Und jetzt, wo die Türkei, Nicht-EU-Mitglied mit eigenen Interessen, einen Teil der europäischen Außengrenzen "verlässlich" schützt, wird Druck gemacht, dass die Balkanländer ihre Grenzzäune wieder abreißen?
Fragen über Fragen.


Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Zuletzt geändert am 22.03.2016 01:59 Uhr
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