Haben Hunde auf dem Land mehr Freiheiten und sind glücklicher?

weckener
  • Halbstarker
Beiträge: 585
+ 2
In anderen Foren wird immer wieder geschrieben, wieviel besser es Hunde auf dem Land haben. Die große Freiheit?

Ich möchte Euch mal schildern, wie es bei uns, so im Umkreis von 15 Km, aussieht:

Wir haben jetzt, wie bekannt Setzzeit und da hat jede Gemeinde eine andere Vorschrift. Gemeinsam ist: alle Hunde sind in der Zeit an der kurzen Leine nur auf den Wegen zu führen. Sie dürfen nicht in das Gebüsch am Wegesrand, nicht in die Gräben der Wege, da sind Fasanengelege, Rehkitze und Singvogelnester. Deshalb die kurze Leine.
Jede Gemeinde hat einen anderen Zeitraum, mal fängt es am 1. März, mal am 15. März oder am 1. April an, aufhören am 15. Juni, am 1. Juli, am 15. Juli und (was ich gestern in der Zeitung gelesen habe) bis 1. September. Da die kommunale Polizei, die normale Polizei, die Wasserschutzpolzei und die Jäger ständig Streife fahren ist es angeraten, die Hunde angeleint zu lassen. Strafe für freies Laufen, auch wenn der Hund streng "bei Fuß" geht wird nicht geduldet, 35 €, im Naturschutzgebiet 100 €, beim Jagen erwischt noch teurer.
Eingezäunte Hundespielwiesen oder Möglichkeiten den Hund frei laufen zu lassen, gibt es bei uns nicht. In einem Ort 15 Km entfernt, haben sie ein kleines Stück Park für Hunde freigegeben mit Hundetoilette, aber da werden immer wieder Giftköder ausgelegt.

Die Umgebung ist auch für Hunde nicht so ohne, unsere Felder werden regelmäßig aller 2 Wochen besprüht, mal gegen Insekten, gegen Pilze, Unkraut , dann kommen Düngerpellets, neuerdings wird Mäusegift in großen Mengen verstreut (soll zwar in die Löcher einzeln reingesteckt werden, aber die Bauern sehen das anders, mit Streufahrzeugen), das Mittel ist ein Blutverdünner, -- es stinkt alles nach Chemie. Wir und unsere Hunde können gar nicht dem ausweichen, weil alle Wege mitbesprüht werden und die Hunde haben es am Fell an den Pfoten und atmen es ein. Zusätzlich ist unsere Erde radioaktiv verstrahlt, das AKW läßt grüßen, vor 2 Jahren wurde der Boden untersucht, auf unserer Seite und auf der anderen Seite des Rheins, natürlich nicht in die Presse gegeben, aber es wurde festgestellt, das in Rheinland-Pfalz nichts ist, aber, da der Wind vom AKW hierhergeweht wird, ist der Boden verstrahlt. Alles ganz harmlos....

Ich bin mit meinem TA der Meinung, viele Krankheiten und Allergien resultieren aus der Misere. Zum Teil gibt es keine Füchse mehr, wegen dem Mäusegift. Ekzeme wegen den anderen Giften, auch Menschen werden immer anfälliger...

Soviel zum Leben auf dem Land....
Jasminda
  • Halbstarker
Beiträge: 250
Bevor ich einen Hund hatte, war ich auch der Meinung, dass Hunde auf dem Land wohl das glücklichere Leben haben. Seit ich selbst einen Hund habe und mit offenen Augen durch die Gegend laufe, um meinen Hund ggf. vor Gefahren zu bewahren, habe ich zunehmend Zweifel daran.
Oberflächlich betrachtet ist es toll, wenn man im Grünen wohnt und den Hund täglich dort ausführen kann. Wenn man genau darauf achtet, wie oft Wiesen und Felder mit Chemikalien gesprüht werden, mal ganz abgesehen vom regelmäßigen Misten und Güllen. Natürlich lasse ich während der Vegetationszeit meinen Hund nicht in Wiese und Feld laufen, aber die wenigsten Bauern achten darauf, nicht die Wegesränder mit zu behandeln. Zudem sind sie oft so früh morgens unterwegs, dass man als Hundebesitzer oft gar keine Ahnung hat, welche Felder gerade behandelt wurden. Manchmal kann man es am Chemiegeruch wahrnehmen, aber bei bestimmten Wetterlagen eben nicht, dann kann man es nur ahnen, wenn man wieder frische Traktorreifenspuren in Wiese und Feld bemerkt. Leider interessieren sich die meisten Hundehalter nicht für diese unsichtbare Gefahr. Einige mit den ich über dieses Thema gesprochen habe, sagten mir: Dann kann ich meinen Hund ja nirgendwo mehr laufen lassen.


Meine Beobachtungen des Lebens von Hunden auf dem Land sind folgende. Viele Hundebesitzer auf dem Land meinen, wenn ihr Hund einen Garten hat, braucht er keinen Auslauf. Die Hunde verbringen den Großteil ihres Lebens in Gärten und wenn sie Glück haben, werden sie mal Sonntags für eine halbe Stunde ausgeführt.

Ich würde das Glück eines Hundes nicht an der Gegend festmachen, wo er lebt. Vielmehr hängt es wohl von den Menschen ab, mit den dieser Hund lebt. Manchmal sind die Dinge eben nicht so, wie sie scheinen.
Liebe Grüße

Rosa & Jeannie
weckener
  • Halbstarker
Beiträge: 585

Ich habe folgendes vergessen:

Unser Trinkwasser:
Da das Hessische Ried die ganze Region von Mannheim bis Frankfurt mit Trinkwasser versorgen muss und das Grundwasser nicht ausreicht, wird Rheinwasser infiltriert. Wie in der letzten Zeit in den Medien verbreitet wird, ist der Rhein mit Hormonen und Arzneimittel verseucht, so das einige Fischarten Männchen zu Weibchen mutieren. Das trinken wir und unsere Hunde. Auch die viele Chemie, die auf den Äckern landet, kommt ins Grundwasser...
Menschen und Tiere sind dem ausgeliefert, die Krankheiten häufen sich, Medikamente bekommen plötzlich ganz andere Wirkungen, weil da so viel zusammenspielt.
Eigentlich bin ich "nur" für gesunde Nahrung, aber wenn man das so sieht wird man zum entschlossenen Ökofreak!!!
Ruedieltern
  • Halbstarker
Beiträge: 314
Original von weckener:

Unser Trinkwasser:
Da das Hessische Ried die ganze Region von Mannheim bis Frankfurt mit Trinkwasser versorgen muss und das Grundwasser nicht ausreicht, wird Rheinwasser infiltriert. Wie in der letzten Zeit in den Medien verbreitet wird, ist der Rhein mit Hormonen und Arzneimittel verseucht, so das einige Fischarten Männchen zu Weibchen mutieren. Das trinken wir und unsere Hunde. Auch die viele Chemie, die auf den Äckern landet, kommt ins Grundwasser...
Menschen und Tiere sind dem ausgeliefert, die Krankheiten häufen sich, Medikamente bekommen plötzlich ganz andere Wirkungen, weil da so viel zusammenspielt.
Eigentlich bin ich "nur" für gesunde Nahrung, aber wenn man das so sieht wird man zum entschlossenen Ökofreak!!!

Das stimmt. Wir haben extra -wo es Not tut- einen Wasserfilter eingebaut, der scheinbar auch solche Rückstände entfernt. Ich brauche seither keine Kosmetikprodukte mehr und fühle mich auch fitter. Das kann dir aber auch überall passieren. Nicht nur auf dem Land.

Das Problem mit den bespritzen Feldern ist aber auch mir ein Graus. Die meisten Hunde mit Vergiftungssymptomen werden zwischen Februar und April in der Tierarztpraxis vorstellig ... da ist was dran. Aber die Scheiße mit den Giftködern kann dich auch überall treffen. Wir haben hier glücklicherweise ein Naherholungsgebiet an der Donau in der Nähe. Da ist nix gespritzt, da ist nie so viel los und von Leinenzwang will auf der einen Seite der Donau auch keiner was wissen. Im Frühjahr bis Sommer habe ich momentan trotzdem die Schleppleine dran (also der Hund, strenggenommen ). Das ist umständlich, aber meiner Meinung nach trotzdem -zumindest für unseren Hund- besser, als in der Stadt zu leben. Diese Enge können wir beide nicht vertragen. Es kommt wohl erstens darauf an in welcher Stadt der Hund lebt (Hundepopulation) und zweitens in welchem Fleck Deutschland er auf dem Land lebt (Kurzleinenzwang, mangelnde, unvergiftete Freilaufflächen).
Zuletzt geändert am 30.04.2016 00:02 Uhr
Grisujenkins
  • Forenwelpe
Beiträge: 39
Hey ich komme aus dem Ländlichen Bereich, wenn ich möchte das niemand mich Böse ansieht, könnte ich auch in die Stadt ziehen, da die Hunde dann eh nur an der Kurzen Leine wären, ich glaube sogar, dass sie es dann in manchen Städten besser Hätten da einige über Hundeparks verfügen.

Fakt ist ich schere mich nicht mehr darum was andere denken, ich führe meine Hunde so, dass ich ein Gutes Gefühl habe und es Jeder Zeit vor anderen Erklären und vertreten kann.
An der Straße sind sie an der Kurzen Leine, Im Wald ist die Große Frei da ich sie zu 99,9% abrufen kann und die Junge Läuft an der Flexileine, und bei Frisch gemähten Wiesen wo ich viel Sichtweite habe da Heißt es dann, Lauft Mädels.

Fazit, oft rennen sie nicht frei herum, was wir allerdings mit Beschäftigung zu Kompensieren versuchen und genau deshalb denke ich Kommt es nicht drauf an ob Stadt oder Land sondern was Ich mit/für meine Hunde Bereit bin in Kauf zu nehmen/ zu tun, also anstatt einen Faulen Nachmittag zu machen, fahre ich öfters an den See, mache einen Trail oder ich Trainiere mit ihnen.

Durch unsere Gesellschaft hat der Hund genau genommen auch auf dem Land nicht mehr Freiheiten als in der Stadt, alleine schon dieser Gesetzestext bei uns in Österreich sagt doch schon alles:

Ein Hund ist in einer Weise zu beaufsichtigen, zu verwahren oder zu führen, dass
1. Menschen und Tiere durch den Hund nicht gefährdet werden, oder
2. Menschen und Tiere nicht über ein zumutbares Maß hinaus belästigt werden, oder
3. er an öffentlichen Orten oder auf fremden Grundstücken nicht unbeaufsichtigt herumlaufen kann.

quelle:
https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=LROO&Gesetzesnummer=20000227&ShowPrintPreview=True


Mit 1. und 3. kann ich ja gut, aber was ist bitte ein Zumutbares Maß und bei drittens frage ich mich immer ob er sich unter Aufsicht auf fremden Grundstücken bewegen darf
Ich bin vielleicht nicht Perfekt, aber meine Hunde lieben mich
Zuletzt geändert am 30.04.2016 06:20 Uhr
Eleonore
  • Begleithund
Beiträge: 674
Hallo zusammen,
meine Hunde haben grundsätzlich nicht auf fremden Grundstücken rum zu laufen. Wenn, dann nur angeleint. Das gilt auch für Wiesen und bestellte Felder. Wenn ich während der Vegetationsphase eine Fährte lege, wird bei dem betreffenden Bauern angefragt ob er es gestattet. Dabei erfahre ich auch ob, wann was gespritzt wurde oder wird. Ich bin HH, kann aber auch einen Landwirt verstehen, der sauer wird, weil HH quer durch sein Getreide- oder sonst was Feld einen meterbreiten Trampelpfad latschen nur weil man zu faul ist 100 Meter Umweg in Kauf zu nehmen.
Im Wald laufen meine Hunde ebenfalls angeleint, da ist nämlich meine Sicht eingeschränkt. Außerdem gibt es bei uns auch Sauen, die können, wenn sie führen, Hunden gegenüber auch ganz schön gefährlich werden, da nützt auch kein 99,9 % sicherer Abruf.

@Weckener: deinen Beiträgen zufolge MUST du im "wilden Westen" wohnen, aber im noch gesetzlosen Teil.
Jasminda
  • Halbstarker
Beiträge: 250
Wir leben am Stadtrand mit Wiesen, Wald und Feld. In Ba-Wü gibt es keinen Leinenzwang während der Brut-und Setzzeit. Die Koexistenz mit Jägern und Landwirten ist zumindest in unserer Gegend gut. Dh. jeder HH hat selbst die Verantwortung, nicht nur auf seinen Hund sondern auch auf die Natur drum herum achten und sich entsprechend zu verhalten. Ich kenne die Landwirte in meiner Gegend und die wissen, dass ich meinen Hund nicht in Wiesen, Felder koten lasse oder ins Feld rennen lasse, wenn es bestellt ist. Nichtsdestotrotz sind oft auch die Wegränder gespritzt - dh. also trotzdem genau schauen, wo der Hund sich an die Salat-Bar macht.
Unseren Förster und Jagdpächter kenne ich auch und sie kennen meinen Hund und können ihn einschätzen. Obwohl mein Hund im Wald das ganze Jahr frei läuft (nur auf Wegen - das haben wir schon früh trainiert) hatten wir noch nie Diskussionen oder Probleme mit Förstern oder Landwirten. Kommunikation im Allgemeinen und die Art wie man miteinander umgeht machen schon viel aus. Ich kenne auch Leute hier, die ständig Ärger mit beiden haben. Warum wohl?

So kann ein Hund auch in der Stadt oft mehr Freiheiten genießen, als einer auf dem Land, der meist auf seinen Garten beschränkt ist.
Liebe Grüße

Rosa & Jeannie
Shibaherz
Beiträge: 21205
Ich habe ein Ferienhaus an der Mecklenb. Seenplatte. Direkt hinter dem Grundstück liegt ein größerer Acker. Der sich abfallend fast bis zum See neigt. Der Landwirt hat diesen Acker jahrelang unbewirtschaftet gelassen und dafür Geld aus einem EU-Umweltfonds kassiert. Das Unkraut blühte, es war eine wahre Pracht. Die HH haben den Acker quasi als Abort für ihre Hunde angesehen. Natürlich hat da niemand den Kot eingesammelt; es kommt hinzu, dass es dort natürlich keine öffentlichen Müllbehälter gibt wie etwa in Berlin.
Dem Landwirt hat das, verbunden mit der Ausbreitung der Besitzer der Feriengrundstücke zum Feld hin (Holzstapel. Kompostbehälter und dergl.), derart gestunken, dass er nun seit einigen Jahren Mais für Bio-Kraftstoff anbaut. Der wächst so hoch, da braucht keiner eine Hecke mehr. Da ist auch für einen Hund kein Durchkommen.
Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Feuerwolf
  • Begleithund
Beiträge: 1260
+ 2

Landleben

Das Lebenauf dem Dorfe ziehe ich persönlich auch vor, aber rosig ist hier nicht alles, das stimmt schon.
Im Feld ist es unüblich seine Hundehaufen einzusammeln. Ich lasse aber meine Monster im Sommer vor dem Mähen nicht mehr über die Wiesen rennen und auch keine Haufen in eine Wiese setzen. Warum ich aber auch schon angemacht wurde nach der letzten Maht als sie über die Wiese gerannt sind.....hat wohl auch mit der üblen Laune des Landwirtes zu tun.
Allerding haben wir hier Gemüsebauern, konventionell als auch Bio......die Felder vom Bio-Bauern werden von Hand vom Unkraut befreit/gehackt......von vielen Erntehelfern......da gibt es aber auch kein Dixi-Klo oder wird wegen dringender Bedürfnisse reingefahren......ebenso nicht von Landwirten bei der Bodenarbeit oder Jagdpächtern selber.....ist leider so.......dann liegt nämlich auch noch z.T. Klopapaier in der Gegend rum....
Zuletzt geändert am 30.04.2016 19:11 Uhr
Jasminda
  • Halbstarker
Beiträge: 250
Oh ja, geblümtes Klopapier und Notdurft... Den Joggern bei uns sollte man das vielleicht auch mal sagen, oder den Reitern, deren Pferde die ganzen Wege vollk* - da räumt keiner hinterher. Aber bei Hunden ist es natürlich gaaanz schlimm.
Liebe Grüße

Rosa & Jeannie
Kostenlos anmelden
MY dogSpot - LOGIN
Passwort vergessen?
Gerade online