Hunde als Sklaven ?? Hunde wollen lieber ohne Menschen leben? - Hundeforum Geschichten aus der Hundewelt - 2 - dogSpot.at

Hunde als Sklaven ?? Hunde wollen lieber ohne Menschen leben?

christianeadler
  • Moderator
Beiträge: 20328
+ 1
Original von weckener:

Aber so wie Hunde sich angepasst haben, wird es sicher sehr viele Menschen gegeben haben, die eine ganz enge Bindung zu ihnen aufgebaut haben.
Was mich halt besonders aufmerksam gemacht hat, das so Urhunde ohne Zwang so gern bei den Menschen bleiben....


Das würde ich jetzt aber nicht als Antwort auf deine Frage sehen, ob Hunde lieber ohne Menschen leben wollen. Viele Tierarten, von Ratten über Möwen bis zu Eisbären finden menschliche Müllhalden als Lebensraum bequem, ohne deswegen eine Beziehung zum Menschen aufzubauen. Und vielleicht leben diese Urhunde nur deswegen gern bei den Menschen, weil die von ihnen kein artfremdes Verhalten erwarten (siehe dein Beispiel mit dem "Pfötchen geben" in Indien). Die Frage stellt sich mMn bei Zivilisationshunden ganz anders. Meine Hündin habe ich z. B. ihr ganzes Leben lang durch Anleinen von ihrer Jagdleidenschaft abgehalten. Ob sie nicht vielleicht lieber ohne den Bremsklotz Mensch gelebt hätte?
Die Idee, dass manche Leben weniger wert sind, ist die Wurzel alles Übels auf dieser Welt (Paul Farmer)
weckener
  • Halbstarker
Beiträge: 553
+ 1
Original von Shibaherz:


Er beschreibt die Zusammenarbeit so: „Die Hunde werden … nicht ausgebildet … Der Jäger geht mit dem Hund in den Regenwald und lässt ihn von der Leine. Dann wartet er an Ort und Stelle, bis sein Hund eine Jagdbeute gefunden hat und dies durch Bellen anzeigt. Der Jäger folgt dem Bellen zum Beutetier.“


Ich habe nochmal den Artikel gelesen, kann aber nirgens finden, das der Jäger den Hund von der Leine lässt, sondern es wird betont die Hunde haben niemals ein Halsband oder Leine getragen, kennen sie nicht! Ist auch logisch, gehe mit der Leine mal durch das Gebüsch, da bist Du mehr damit beschäftigt, die Leine von Sträuchern oder Bäumen zu lesen und entwirren... Der Wald ist dort nicht so gut aufgeräumt, wie in unseren Breitengraden!
Selbst hier ist es eine Herausforderung mit Schleppleine zu gehen. wenn der Hund durch das Gebüsch am Wegrand läuft, weil so tolle Wildspuren da sind.




Koster hält es für möglich, dass Hunde aus jagdlichen Gründen auf das Bellen selektiert wurden.

Mit „Zeitverschwendung“ meint er das Anschlagen von Hunden beim Aufspüren von Tieren, die dem Menschen nicht als Nahrung dienen, wie etwa Schlangen oder andere Kriechtiere.


Wieso soll es Zeitverschwendung sein, wenn ein Hund eine Schlange oder Kriechtiere verbellt, Schlangen werden im Urwald auch gejagt, ebenso Kriechtiere, und gegessen... Außerdem können sie eine Gefahr darstellen, im Wald gibt es viele giftige Schlangen und Kriechtiere, so werden die Menschen gewarnt.


Würdest Du erklären woher Du die Weisheiten beziehst, in den DOG`S Artikel steht auch davon nichts.
Shibaherz
Beiträge: 21061
@Christiane: Hätte der Mensch jedes beliebige Tier zum Hausgenossen wählen können?
Nein, denn das Sozialverhalten der Wölfe ähnelt dem des Menschen in vieler Hinsicht (Arbeitsteilung: Jäger, Wächter und Kindergärtner; war ursprünglich vielleicht sogar ausgeprägter als beim Menschen).

Heute gilt als erwiesen – aufgrund der Forschungen von Olaf Thalmann et al. von der finnischen Universität Turku, die in der Fachzeitschrift „Science“ vorgestellt wurden), dass europäische Jäger und Sammler als erste Menschen der Welt Hunde hielten, d. h. zu der Zusammenarbeit von Mensch und Hund kam es nicht erst durch die Sesshaftwerdung, die in Nahost und Ostasien begann.
Sowohl Mensch wie Hund profitierten von der jagdlichen Zusammenarbeit (wie sie es auch heute noch bei den Naturvölkern in Zentralamerika tun, die Koster studierte).
Ausschlaggebend für die Bereitschaft zur Zusammenarbeit waren auf Seiten der Wölfe/Hunde die Nahrungsabfälle.
Nicht die Menschen, sondern die Wölfe/Hunde erbrachten die Anpassungsleistungen, die aus beiden Freunde machten.
Der Hund versteht durch das Jahrtausende währende Zusammenleben mit Menschen bestimmt viel mehr von uns als nur Kommandos.


http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.evolution-der-hund-kommt-aus-europa.81cf6f29-5374-4b02-be87-ff4d103d2ff1.html

...
Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Zuletzt geändert am 13.03.2018 20:36 Uhr
Shibaherz
Beiträge: 21061
@weckener: Ich habe in diesem thread, weil mir die Ausgabe Januar/Februar 2018 von DOGS nicht zur Verfügung steht, einen zweiten Link zu Aussagen von Koster eingestellt, den Du übersehen hast (gestern 18:02).
Darin äußert er sich in dem Abschnitt „Die Jagd mit Hunden im tropischen Regenwald“ so, wie Du mich zitierst.

„Zeitverschwendung“: In dem Abschnitt „Welche Vorteile bietet die Jagd mit Hunden“, unter „Nachteile Hund“: „Für den Halter: Da die Hunde nicht auf bestimmtes Wild ausgebildet werden, zeigen sie quasi alles an, was sich bewegt (unabhängig davon, ob das Tier bejagbar ist oder nicht).
DADURCH WIRD VIEL ZEIT VERSCHWENDET (Sperrung von mir).

Das sind also Weisheiten von Koster, nicht von mir

...
Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
Feuerwolf
  • Begleithund
Beiträge: 1224
Original von Shibaherz:

@weckener: Ich habe in diesem thread, weil mir die Ausgabe Januar/Februar 2018 von DOGS nicht zur Verfügung steht, einen zweiten Link zu Aussagen von Koster eingestellt, den Du übersehen hast (gestern 18:02).
Darin äußert er sich in dem Abschnitt „Die Jagd mit Hunden im tropischen Regenwald“ so, wie Du mich zitierst.

„Zeitverschwendung“: In dem Abschnitt „Welche Vorteile bietet die Jagd mit Hunden“, unter „Nachteile Hund“: „Für den Halter: Da die Hunde nicht auf bestimmtes Wild ausgebildet werden, zeigen sie quasi alles an, was sich bewegt (unabhängig davon, ob das Tier bejagbar ist oder nicht).
DADURCH WIRD VIEL ZEIT VERSCHWENDET (Sperrung von mir).

Das sind also Weisheiten von Koster, nicht von mir

@Shibaherz: Du schreibst aber so, als wenn`s auch Deine Meinung wäre

Wie ist denn jetzt Deine eigene Sichtweise dazu ?
Zuletzt geändert am 13.03.2018 23:26 Uhr
Feuerwolf
  • Begleithund
Beiträge: 1224
+ 1
Ich denke, es gibt Hunde, die lieber mit oder bei dem Menschen leben und welche, die es vorziehen besser nicht mit oder bei dem Menschen zu leben. Ganz individuell eben.

Und für mich war der Beginn des Zusammenlebens von Mensch und Hund nicht eine reine Kosten-Nutzen-Rechnung auf materieller und ressourcenbezogener Ebene wie der Jagderfolg z.B. , sonder eben auch auf der Gefühlsebene mit reinen Emotionen auf beiden Seiten, unterschiedlich und individuell aber ebenso.

Und ausgegangen scheint doch das Zusammenleben vom Hund her, und nicht wie lange und oft propagiert, vom Menschen aus.
Shibaherz
Beiträge: 21061
Ich fasse eine Kosten-Nutzen-Überlegung nicht bloß im engeren ökonomischen Sinn auf, wo sie sich in Geld ausdrückt. Das tut Koster auch nicht. Seinem Kosten-Nutzen-Vergleich von Hund und Schusswaffe, bezogen auf die Jagd, haftet trotzdem etwas Zynisches an, weil ein Lebewesen im Unterschied zu einem Gegenstand eben eigene Bedürfnisse hat.
Aber auch ein – gewöhnlich unsentimentaler - Bauer stellt Kosten-Nutzen- Überlegungen gegenüber seinen NUTZtieren an, und zwar notwendigerweise in den allgemeinen Wertmesser Geld gekleidete, wenn er darüber nachdenkt, ob es sich für ihn noch lohnt, die Milchkuhhaltung aufrechtzuerhalten.

Ich kann mir durchaus so etwas wie psychischen Nutzen und psychische Kosten vorstellen. Zum Beispiel stehen wir heute im öffentlichen Raum, zumindest in den Großstädten an belebten Plätzen oder in Bahnhöfen, unter Dauerbeobachtung durch Videokameras – das bedeutet Stress, psychische Kosten. Der Nutzen ist negativ gefasst und soll die Belastung rechtfertigen: er liegt in dem Sicherheitsbedürfnis.

Die Kosten-Nutzen-Bilanz des Hundes als Gefährten des modernen Großstadtmenschen kann, ökonomisch eng betrachtet, negativ sein. Aber der psychische Nutzen, der sich nicht messen lässt und trotzdem existiert, liegt auf der Hand: der Hund bringt als Familienmitglied Freude ins Leben der Menschen, wirkt gegen den Alltagsstress, oder er füllt eine Zuwendungslücke bei vereinsamten Menschen. Sinnfällig ist der Zusammenhang von „Nutzen“ und Gefühl z. B. auch bei einem behinderten Rollstuhlfahrer und seinem Hund: Der Nutzen des ausgebildeten Hundes liegt auf der Hand, und dass er für seine Hilfeleistung geliebt wird, wer zweifelt daran?

...
Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
weckener
  • Halbstarker
Beiträge: 553
Original von Shibaherz:

@weckener: Ich habe in diesem thread, weil mir die Ausgabe Januar/Februar 2018 von DOGS nicht zur Verfügung steht, einen zweiten Link zu Aussagen von Koster eingestellt, den Du übersehen hast (gestern 18:02).
Darin äußert er sich in dem Abschnitt „Die Jagd mit Hunden im tropischen Regenwald“ so, wie Du mich zitierst.



Wo ist der Beitrag von 18:02? Bei mir nicht vorhanden.
Zuletzt geändert am 14.03.2018 16:07 Uhr
Shibaherz
Beiträge: 21061
Er ist auf der ersten Seite dieses threads, unter Deinem Beitrag von 15:05, am Schluss meines Beitrags von 18:02.

...
Man sieht nur mit dem Herzen gut.Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar (Antoine de Saint-Exupéry)
weckener
  • Halbstarker
Beiträge: 553
+ 1
@Shibaherz,der Artikel hat so gut wie nichts mit dem in der DOGs zu tun. In diesem wird nichts von Gewehren, Munition, Leine, Halsband geschrieben. Sondern es sind Beschreibungen, wie die Urhunde sich bei noch bei den indigenen Lagern verhalten. Da wird berichtet, wie die Hunde im Dickicht das Wild anzeigen, hier ein Gürteltier, das in einer Höhle sitzt, die Jäger es ausgraben und mit ins Lager nehmen, dort töten. Ohne die Hunde hätten die Jäger das Tier nicht gefunden. Sie berichten über Hunde, die noch im Einklang mit Mensch und Urwald sind. Weder Autos noch von der Zivilisation erlebt haben.

Was in Deinem Link beschrieben ist, ist die Zeit nachdem sie mit der heutigen in Kontakt kommen. In dem Bericht von DOGS und den ich im Fernsehen gesehen habe, wird schon die Befürchtung geäußert, das diese Hunde mit der Zeit aussterben werden, sie sind noch nicht dafür angepasst, sie sind noch im Urstadium... Man möchte versuchen die Gene der Urhunde zu sichern, das ist sehr schwierig, da sie nicht mit dem heutigen Leben zurecht kommen und auch nicht entsprechend gehalten werden können.

Für die indigenen Völker, wie sie im Dschungel gelebt haben, gab es für die Menschen nur Nutzen aber keine Kosten. Die Hunde wurden mit den Resten gefüttert, wenn nichts da war mussten sie im Wald was suchen. Daher gibt es da keinen Nutzen- und Kostenfaktor.

Aber Du hast Recht nicht jeden Link lese ich, das wird mir zuviel.
Kostenlos anmelden
MY dogSpot - LOGIN
Passwort vergessen?
Gerade online
Elvis07
Elvis07Online seit
18 Minuten