Kajux oder andere Erziehungshalsbänder/Geschirre ?

bluemetallicgirl
  • Forenwelpe
Beiträge: 9
Hallo, mich würde es mal sehr interessieren,ob es hier jemanden gibt, der Erfahrungen mit dem Geschirr von Kajux gemacht hat.... Ich finde,dass sieht doch ziemlich gut aus,oder ? Meine Hündin zieht jetzt schon seit 3 Jahren sehr stark und ich kriege das einfach nicht in den Griff.Meint ihr,dass es mit diesem Gescvhirr besser gehen würde,oder könnt ihr mir ein anderes Erziehunghalsband/-geschirr empfehlen ?
Danke im vorraus
braunerdobi
  • Halbstarker
Beiträge: 460
+ 4
Investiere dein Geld in einen guten Trainer in einer Hundeschule oder in einen Kurs in einem Hundeverein. Dort kann man die Ursachen des Verhaltens analysieren und dir ein entsprechendes Training zusammenstellen.
Geschirre oder "Erziehungs"halsbänder ändern niemals etwas an der Ursache, lediglich an den Auswirkungen. Ich denke nicht, dass du vor hast über Schmerz und/oder Meideverhalten erziehen zu wollen, oder ?

LG
braunerdobi und Rudel
christianeadler
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+ 1
Ich schliesse mich an. Versuche lieber die Ursachen zu finden, als die Symptome zu vermeiden.
Das Geschirr von Kajux habe ich noch nicht in natura gesehen, und es scheint auch etwas harmloser zu sein als einige andere Varianten, die die Hunde in den Achseln oder im Nacken reissen. Die Bezeichnung "Erziehungs"geschirr ist aber für mich eine irreführende Beschreibung. Es versetzt dich in die Lage, dass dein Hund dir nicht körperlich überlegen ist. Und das ist auch Alles, was er dadurch "lernt". Du trainierst damit nicht die Aufmerksamkeit deines Hundes, sondern lässt dich auf ein Kräftemessen ein, für mich ein völlig falsches Signal. Mit Erziehung, also einer Orientierung an dir, hat das nichts zu tun.

Wenn die Sache bei euch schon so aus dem Ruder gelaufen ist, dass ohne Hilfsmittel nichts mehr geht, würde ich noch am ehesten zu einem Training mit Kopfhalfter tendieren, aber auch das nur unter Anleitung. Da besteht wenigstens eine echte Chance, dass der Hund sich irgendwann auch ungezwungen seinem Halter zuwendet.
Die Idee, dass manche Leben weniger wert sind, ist die Wurzel alles Übels auf dieser Welt (Paul Farmer)
braunerdobi
  • Halbstarker
Beiträge: 460
+ 1
Jetzt wollte ich dir schon uneingeschränkt beipflichten aber der letze Absatz hat´s dann doch wieder umgerissen Schade, denn auch das "Kopfhalter" (wahrscheinlich das Halti, gell ?!) verleitet den Hund -egal unter welch fachlicher Anleitung- nicht dazu, sich mal ungezwungen zum Halter zu wenden .... da es eben auch nur ein Hilfsmittel ist, welches Auswirkungen behebt.

Ein entsprechend aufgebautes Training setzt eben auf diese Freiwilligkeit, aufgebaut dadurch, dass ich (zunächst) einen höheren Reiz setze (Futter, Spielzeug etc.) für den sich der Hund eben interessiert und nicht, für den er "gezwungen" wird.

Also: Training, Hunde"schule", Hundeplatz etc. aber kein Hilfsmittel ! Ausser vielleicht einer Schleppleine, Clicker oder soetwas in der Richtung

LG
braunerdobi & Rudel
christianeadler
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Halti habe ich absichtlich nicht gesagt, denn Kopfhalfter gibt es wie Halsbänder und Geschirre von vielen verschiedenen Firmen in ganz verschiedenen Ausführungen, auch ohne Zug wie ein normales Pferdehalfter. Bei Hunden, die durch ständiges Gezerre am Halsband abgestumpft sind, wirkt es manchmal schon, diesen täglichen Zweikampf, in diesem Fall seit drei Jahren, zu durchbrechen. Meistens ist den Haltern überhaupt nicht klar, dass das für ihren Hund genauso anstrengend und nervig ist, wie für sie selbst, und der sich auch über neue Umgangsformen freut. Ein Halfter wirkt dann einfach an einer neuen Stelle, Nase und Nacken, also im positiven Sinn ein Neuanfang, wenn es denn nicht auch wieder missbraucht wird, um Druck aufzubauen. Ich hatte z. B. vor zwei Jahren einen ehemaligen Kettenhund hier, der wohl für den Rest seines Lebens immer gegen Halsbänder kämpfen wird, aber nach kurzer Zeit prima im Geschirr lief, KEIN Erziehungsgeschirr!

Ein Kopfhalfter mit Zug wäre für mich eine Notfallmassnahme, weil ich nicht weiss, wie gross der Hund von bluemetallicgirl ist. Training ersetzt es sicher nicht, aber bei einer echten Überlegenheit kann es schliesslich auch gefährlich für Hund und Halter werden.
Bei der Benutzung, wohlgemerkt nur als Training unter fachlicher Anleitung, sehe ich in drei Punkten Vorteile. Es gibt dem Halter das Gefühl von Kontrolle. Es ist eine zeitnahe Korrektur möglich, die der Hund möglicherweise versteht. Und du kannst die erzwungene Zuwendung belohnen und dadurch vielleicht auf die Dauer auch positiv besetzen. Also Werbung ist das von meiner Seite aber ganz sicher nicht, denn ich mag keine solchen Hilfsmittel, und ohne kompetente Unterstützung ist es für mich sowieso pure Tierquälerei.
Die Idee, dass manche Leben weniger wert sind, ist die Wurzel alles Übels auf dieser Welt (Paul Farmer)
braunerdobi
  • Halbstarker
Beiträge: 460
....auch wenn wir uns nun in Details verlieren und OT werden:

Kontrolle, sagst du.....richtig, Kontrolle über das Verhalten des Hunde, sonst nichts. Ich schränke nur die Auswirkungen seines Verhaltens ein und ändere damit i.d.R. sehr wenig bis gar nichts. Vielleicht bei dem ein oder anderen Hund dahingehend, dass er merkt, er kann nicht mehr so, wie er gerne "will" ... aber eine echte Verhaltensänderung sieht immer anders aus.
Darüber hinaus frage ich mich dann, wann es bei einer von dir erwähnten "echten Überlegenheit" zu Problemen bei Training kommen könnte ?? Ein Training erfolgt immer in gesicherten Bereichen, ausser bei hochaggressiven Hunden werden i.d.R. keine zusätzlichen Hilfsmittel benötigt.
Sofern der Hund eine "echte Überlegenheit" zeigt, hat der HH ihn aber auch erst einmal nicht "einfach so" auf der Strasse zu führen ...

Also, auch wenn die TE sich anscheinend nicht mehr für das Thema interessiert: Kurs bzw. Schule besuchen und an den Ursachen arbeiten !!!

LG
braunerdobi & Rudel
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