Kaltgepresstes Trockenfutter wirklich besser?

sa1979
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Beiträge: 26
Hallo,
also ich füttere bei meiner Hündin nun seit einiger Zeit das Futter von Köber, das ist kaltgepresst, frei von Konservierungsstoffen, Farbstoffen und Geschmacksverstärkern. Außerdem wird es in einem Familienbetrieb ind Deutschland produziert und man verzichtet auf Tierversuche. Dazu kommt, für mich nicht unwesentlch, dass es relativ günstig ist und am wichtigsten natürlich: mein Hund frisst es gerne und verträgt es super! Ich wechsele da mal die Sorten und das klappt prima! Bei weiteren Fragen könnt ihr euch gerne an mich wenden.

LG, Sandra
Rudeltier
  • Halbstarker
Beiträge: 310
Original von sa1979:

Hallo,
also ich füttere bei meiner Hündin nun seit einiger Zeit das Futter von Köber, das ist kaltgepresst,

Seit wann ist Koebers denn kaltgepresst?
Liebe Grüße
Sabrina, Ali und Bajo
sa1979
  • Forenwelpe
Beiträge: 26
Dann nimm doch mal ein Krokette von Köbers und leg sie in ein Glas Wasser und mach mal das gleiche mit einer Krokette von einem Extruderfutter. Beim Köbers fällt der Brocken nach unten und zerfällt relativ zeitnah und bei dem anderen schwimmt es an der Oberfläche und quillt nur auf. Ist das nicht der Beweis dafür?

Schöne Grüße,
Sandra
Rudeltier
  • Halbstarker
Beiträge: 310
Nee, das ist bei Gebackenem Futter auch so.
Ich finde auf der Hersteller-Homepage nichts zu den Herstellungsmethoden. Dass Köbers kaltgepresst ist wäre mir wie gesagt neu.
Einige Sorten sind Flockenmischfutter, zu den Kroketten finde ich nix. Wobei Krokette eigentlich auf Extruder oder Gebacken hindeutet. Kaltgepresst nennt man eigentlich "Pellets".
Zumal finde ich auch nirgendwo eine genaue Zusammensetzung der Sorten.
Liebe Grüße
Sabrina, Ali und Bajo
hean3103
  • Forenwelpe
Beiträge: 83
...das finde ich bei CD Vet so verwirrend, da heißt das Futter ja auch fit-Crock!
Köbers hab ich auch mal gefüttert, hat meine Hündin aber nicht vertragen wegen des groben Getreideanteils, nehme ich an. Und Getreidefrei bieten die ja leider nicht an... Freundlich sind die aber auf jeden Fall!
CairnLover
  • Begleithund
Beiträge: 886
Original von halunke:>>
Die extrudierten brocken gehen im magen ums doppelte auf, sodaß gefahren wie Magendrehungen wahrscheinlicher werden und meiner nach dem essen etwas träger war als mit kaltgepr. futter.> das zweite argument war, daß bei der extrudermethode einfach nicht mehr viel von den Zutaten übrig bleiben wenn sie auf eine sooo hohe temperatur gebracht werden, außerdem entstehen bei diesem verfahren giftige oxidationsstoffe, die den hund zwar nicht sofort umbringen aber auf dauer schon schädlich sein können.>>


Hallo halunke,

da sehen wir das ja eigentlich gleich. Schon länger suchte ich dazu detaillierte Angaben.
Aber wir essen, wie ich jetzt weiß, auch wenn es uns nicht bewusst ist, ebenfalls manchmal extrudiertes Futter. Z.B. in Form von Chips, Cornflakes, Erdnussflips.

Zum Extrudieren hab ich jetzt eine Bachelorarbeit von 2010, also recht aktuell, gefunden, die die Sache etwas beschreibt. Für mich ein interessantes Dokument.

Heißextrusion
Bei der Heißextrusion findet ein Kochvorgang bei 120-250 bar oder auch bei höheren
Drücken zwischen 130-180 °C statt. Die Einzugszone des Extruders wird meist ge-
kühlt, die weiteren Zonen werden beheizt. Das Produkt expandiert an der Düse. Die
Schnecken für dieses Verfahren sind meist so gestaltet, dass die Gangtiefe in Rich-
tung Düse abnimmt, um hohe Drücke zu erzeugen. Es findet eine vollständige Gela-
tinierung statt. Durch die hohe Temperatur und die kurze Verweilzeit wird die Stärke-
verkleisterung bei geringer Nährwertschädigung hervorgerufen. Körnige und pulver-
förmige Rohstoffe werden in einen plastischen Zustand überführt und bilden eine tei-
gige Masse mit bestimmter Viskosität.
Typische Produkte, die durch Heißextrusion
hergestellt werden, sind Erdnussflips, Frühstückscerealien und Snackprodukte in
verschiedenen Formen und Geschmacksrichtungen. (Zitzmann, 1982)

Die hauptsächlichen Veränderungen durch Extrusion sind:
- Beschädigung der Stärke bis hin zur Verkleisterung
- Denaturierung der Proteine  Texturbildung
- Inaktivierung von Enzymen
- Verringerung der Gesamtkeimzahl
- Wasserverlust
- bessere Verdaubarkeit
- Erlangung neuer Produkteigenschaften (z.B. Wasseraufnahme),
Formen und Größen
Zu den unerwünschten Effekten zählen:
- Vitaminverlust
- Verringerung der biologischen Wertigkeit
- Denaturierung der Proteine  Verringerung der Resorbierbarkeit
(Riaz, 2000; Zitzmann, 1982)
Allgemein treten Bindungen zwischen Molekülen, Spaltung von Molekülen, Verlust
der natürlichen Konfirmation, Rekombination von Fragmenten sowie thermische De-
gradation auf. Die Veränderungen finden physikalisch oder chemisch statt. (Riaz,
2000)
http://digibib.hs-nb.de/file/dbhsnb_derivate_0000001130/Bachelorarbeit-Jmlich-2010.pdf


Oder moderner:
Der Extruder – Pressen, puffen, formen
Der Extruder wird dazu verwendet, bestimmten Lebensmitteln eine neue Form zu geben bzw. ihnen ihre alte Form wiederzugeben.

Beim Extruder-Verfahren wird eine “Grundmasse” unter extremem Druck und bei Temperaturen über 200°C durch ein Rohr gepresst. Dabei verwandelt sich die enthaltene Flüssigkeit in Wasserdampf. Am Ende des Rohrs spuckt der Extruder die heiße, unter Druck stehende Masse aus. Die schlagartige Entspannung durch den Druckverlust bewirkt, dass der Wasserdampf verpufft und sich dadurch die Masse aufbläht. Das “Extrudat” ist fertig.
Lebensmittel, die extrudiert werden:
Knabberartikel wie bspw. Erdnußflips, Crunches, chipsähnliche Erzeugnisse, etc.
Süßigkeiten und Frühstückscerealien wie Cornflakes, Pops, Crispies, Müsliriegel, Marshmallows, etc
Manche Knäckebrote
Fertigegrichte wie Kartoffelklößchen
Rekonstruierte Fischfeinkost

Vor- und Nachteile extrudierter Lebensmittel
Vorteile:
Beim Extrudieren wird Stärke z.T. aufgeschlossen. Sie wird dadurch leichter Verdaulich
Beim Extrudieren werden alle Mikroorganismen abgetötet, die Lebensmittel müssen daher nicht mehr konserviert werden.

Nachteile:
Eiweißverbindungen werden zerlegt, dadurch können neue, möglicherweise problematische Substanzen entstehen
Viele Vitamine und ein Teil der Aromen werden zerstört, dadurch sehen die extrudierten Produkte zwar gut, frisch und knackig aus aber sie schmecken nicht mehr besonders gut
Der Geschmacksverlust beim Extrudieren muss durch viel Salz, künstliche Aromen, Geschmacksverstärker und sog. “Coatings” ausgeglichen werden
https://www.netzwissen.com/ernaehrung/novel-food.php


Alleine damit ist klar, warum extrudiertem Futter künstliche Vitamine und Aromen zugesetzt werden müssen und wie das mit dem Rest des Futters so aussieht. Das teilweise Aufschliessen von Stärke endet in völliger Denaturierung, was auch für die wertvollen Proteine und andere Inhaltsstoffe gilt. Manche Stoffe werden völlig zertört. Selbst ein ursprunglich hochwertiges Produkt verliert in weiten Teilen seine biologische Wertigkeit.

Zudem gilt, um so mehr Stärke im Ausgangsprodukt ist, um so mehr expandiert es. Die Expansionsrate ist von den Inhaltsstoffen des Produkts abhängig. Pure Stärken können bis zu 500 % expandieren, bezogen auf
den Düsendurchmesser, Getreidemahlerzeugnisse bis zu 400 %.
Ich denke, um so weniger Stärke im TF enthalten ist, um so weniger wird es zu dem im Video gezeigten Effekt von extrudiertem Futter kommen. Das macht es aber nicht wirklich hochwertiger.

Daraus schliesse ich, um so mehr Stärke in einem Produkt enthalten ist, um so mehr expandiert es.
Wer Schreibfehler findet, darf sie behalten.
CairnLover
  • Begleithund
Beiträge: 886
Die Details zur Herstellung von extrudiertem Hundefutter sind für jedermann dem per google books einsehbaren Buch Klinische Diätetik für Kleintiere zu entnehmen. Dieses Fachbuch soll Hills an die Experten in Auftrag gegeben haben.
Deshalb weiß ich nun, das Extrudieren funktioniert nur, wenn genug Stärke aus Kohlenhydrathaltigen Komponenten im Futter enthalten ist.

Der Vorgang, wie das Futter als Strang aus der Maschine kommt und durch die Abkühlung heftig expandiert, um dann geschnitten zu werden, ist genauso beschrieben, wie der komplette Vorgang vom Mahlen, Extrudieren bis 200°C, Pelletierung bis ca. 82°C, Coating bis zum Trocknen bei bis ca. 150°C.
Natürlich auch die Tricks, wie man die Zutaten auf der Inhaltsangabe besser aussehen lässt, indem man die Zutaten frisch wiegt. Also frisches nasses schweres Fleisch und den trockenen ungekochten Rest in Einzelkomponenten aufgesplittet.

Empfehlenswertes Buch, wenn man es genau wissen will.
Wer Schreibfehler findet, darf sie behalten.
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