mit Erinnerungen oder ohne?

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Wieso solllte man Dich beschimpfen und wieso sollte das, was Du erlebst nicht normal sein?
Du bist einfach jemand, der ganz tiefe Beziehungen zu geliebten Tieren oder Menschen eingehen kann, die bis über den Tod hinaus und noch weiter gehen. Ich finde das etwas ganz Wunderbares
dobifreud
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Original von brigittebeusch:

Wieso solllte man Dich beschimpfen und wieso sollte das, was Du erlebst nicht normal sein?
Du bist einfach jemand, der ganz tiefe Beziehungen zu geliebten Tieren oder Menschen eingehen kann, die bis über den Tod hinaus und noch weiter gehen. Ich finde das etwas ganz Wunderbares

Vielen Dank! Leider sieht das nicht jeder so.

GlG, Margot
Du bist ein Leben lang dafür verantwortlich, was Du Dir vertraut gemacht hast.
(Antoine de Saint Exupéry)

Die Erde ist eine Hölle für Tiere und die Menschen sind ihre Teufel.
(Kleriker Eugen Drewermann)
Lincan
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+ 1

an Margot

Liebe Margot,

jeder hat seine eigene Art zu trauern.

Natürlich ist es für andere oft befremdlich, wenn man sich so stark in der Trauer verliert, egal ob Mensch oder Tier.

Manchmal ist es aber auch nur die berechtigte Sorge, dass der Trauernde sich selbst immer mehr selbst verletzt, weil er sich so quält mit den Erinnerungen. Oft kann nämlich der Trauernde nicht loslassen, was auf Dauer sehr ungesund für ihn sein kann. Dies wiederum wirkt auch auf seine Umgebung, was für alle Beteiligten schwer ist.

Auch das Loslassen - in Frieden gehen lassen - gehört zum Leben dazu.

Wenn du (noch) nicht bereit dazu bist, dann ist es eben so. Allerdings erwarte von deinen Mitmenschen (oder best. Mitmenschen) nicht, dass sie das nachvollziehen/verstehen können. Es ist nicht für alle so einfach wie für mich oder andere.

Für mich ist deine Haltung ok. Würdest du mir jedoch bei jedem Treffen oder jedem Telefonat immer wieder dasselbe erzählen von Ereignissen, die schon lange zurückliegen, würde dies auch mich nerven, OBWOHL ich dich verstehe.

Ich kenne viele Menschen - auch gestandene Mannsbilder - die noch viele Jahre, nachdem ihr Tier gestorben ist, mit Tränen in den Augen von ihren tierischen Kameraden erzählten. Ich gehöre auch dazu, doch wich die Trauer der Dankbarkeit, diese Tiere haben zu dürfen. Indem ich von ihnen erzähle, ehre ich ihr Andenken. Dies kann auch eine Aufgabe sein. Vllt. magst du ja ein Buch über deine Tiere und euer Leben schreiben? Dies ist alles besser als dass dich die Trauer auffrisst. Ich habe Menschen kennengelernt, bei denen es so war. Sie wählten den Freitod, weil sie es nicht mehr aushielten und haben damit ihre Angehörigen ins Unglück gestürzt. Die Menschen, die den Trauernden liebten, konnten ihm letztlich nicht helfen - und die Angehörigen fragen sich bis heute, ob sie es hätten verhindern können/ob sie es hätten rechtzeitig merken können.

Siehst du - alles hat mehr als eine Seite. Aber dass du hier wegen deiner Art zu trauern beschimpft wirst, glaube ich nicht. es hätte ja auch niemand einen Grund dazu. Nur: manchmal muss ein Mensch erst einmal tiefe Trauer erfahren, um dich und andere Trauernde wirklich verstehen zu können. Also nimm es nicht als böse, wenn dich jemand nicht versteht - er kann es einfach (noch) nicht und ist überfordert damit.

Ganz liebe Grüße von Lincan
Nicht meine Hunde brauchen einen Maulkorb sondern ich!
dobifreud
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Liebe Lincan,
ganz herzlich bedanke ich mich für die verständnisvollen Zeilen! Sicherlich trauere ich nicht den ganzen Tag. Ich habe ein gerüttelt Mass an Arbeit, und mein Tag beginnt um vier Uhr.Normalerweise standen mein Mannund ich immer um 04 30 h auf, genau wie zu der berufstätigen Zeit Den Rhythmus haben wir auch beibehalten. Um 05 oo h wird gefrühstückt und ab 05 30 h nur noch Hunde. Und das fast 20 Jahre lang.
Da man mir, drei Tage nach dem Tod meines Mannes, nachts den Zaun türbreit aufgeschnitten hat, schaue ich jetzt um 04 oo h das ganze Gelände ab. Denn um 04 30 h lasse ich alle Hunde raus. Es wird aber nicht gebellt.
Aus dem Ggelände raus ist nur der Dobi-Terrier-Mix, unsere liebe Maya. Alle anderen sind drin geblieben. Aber sie werden auch verstärkt wachsam.
Nun starte ich mit Ravi und Maya. Muss mit allen einzeln gehen. Dann mit Xandra und Kobold etc. Also viel Zeit zum Trauern bleibt mir nicht. Zumindest tagsüber nicht.
Trotzdem gedenke ich heute der Cora.
So, jetzt aber los. Es tut auch gut, darüber zu schreiben. Wir lebten wie Eremiten und das halte icha uch weiterhin so. Die Hunde halten mich aufrecht. Durch den plötzlichen Tod meines Mannes ist es auch nicht einfacher geworden. Werde heute, je nach Zeit, über Yashila und Fabio schreiben. Auch betrübliche Themen.
GlG, Margot
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dobifreud
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Yankee hat heute seinen 2. Todestag (Avatar ist Yankee)

Unser lieber, unser Dobi-Gott, verstarb heute vo 2 Jahren an einer Teil-Magendrehung, die leider zu spät von der TÄ diagnostiziert worden ist. Er fehlt so sehr.
Drei Blümlein mal ich für Dich hin.
Das 1. ist für's Glücklichsein.
das 2. sagt: sei nie allein,
das 3. aber leise spricht: ich denk an Dich, vergiss mich nicht.

Wenn ich gestorben bin, wer wird es sein, der um mich weint?
Wenn ich verschlosenen Auges in die Ferne sehe, und Ihr - die Ihr zurückbleibt -
nicht wisst, was ich empfinde, oder gar, was Ihr empfinden sollt....

Wenn.......
diese Hürde übersprungen wurde,
vom Lebendigen zum Toten, vom Sein zum Nichtsein, und ich,
den Körper verlassend, unfassbar werde.

Wenn....
dann tausend Fragen Euch in Unsicherheit wiegen,
und es ein Leben braucht, um Antwort zu finden,
wer wird dann sein und um mich weinen?
(Gisela Happekotten)

Ich, Yankee, ich weine um Dich!
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bauerconny1
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Beiträge: 4
Hallo, ich kann mich Lino und Alexandra nur anschließen... Als meine erste Hündin verstarb, war es extrem. Aber als meine jetzige Hündin in mein Leben trat, ergab alles wieder neuen Sinn und "Puma" wird trotz allem immer in meinem Herzen
dobifreud
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Auch ich liebe meine anderen Hunde sehr, aber die toten vergesse ich leider auch nie. Hasso und Cora und Yankee waren unsere Hunde vom Züchter, ab der 8. Woche. Unsere vier anderen waren adoptierte: Omina, Bidu, Dobri und Santos.
Wenn ich daran denke, dass ich es noch siebenmal vor mir habe, dann wird mir ganz übel.
Jeder trauert anders. Es gibt mit Sicherheit kein Klischee.

Es gibt einen Schmerz, der wächst wie ein Baum,
Jahr für Jahr und hört nicht mehr auf.

Es gibt eine TRauer schwarz wie die dunkelste Nacht,
die wächst Jahr für Jahr und hört nimmer auf.

Es gibt eine Sehnsucht, die brennt wie Feuer.
Sie brennt Jahr für Jahr und hört nimmer auf.

Es gibt einen Schrei, der durfte nie heraus
und wächst Jahr für Jahr in die Undendlichkeit.
Du bist ein Leben lang dafür verantwortlich, was Du Dir vertraut gemacht hast.
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Ilko 1
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+ 1
Zu diesem Thema nur ein paar Zeilen von mir:

In meinem Leben haben mich schon sehr viele Tiere und Menschen verlassen, um über die Regenbogenbrücke zu gehen!

Das Loslassen und die Akzeptanz des Todes fällt immer sehr schwer, aber

... bei Alten und Kranken kommt der Frieden mit dem Tod schneller, als
... bei jungen, gesunden Menschen/Tieren.

Im Jahr 2014 haben mich 3 geliebte Menschen und 2 Hunde verlassen.

Das Jahr 2015 gehört mir, Ilko & Cando sowie den Erinnerungen.

In diesem Sinne
Angelika & Vierbeiner
"Wer immer gesagt hat, man könne Glück nicht kaufen .... hat vergessen, dass es Hundebabies gibt." Gene Hill
Zuletzt geändert am 16.03.2015 17:08 Uhr
dobifreud
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Beiträge: 127
liebe Angelika,
dann war für Dich 2014 auch ein trauriges Jahr. Da kann ich nucht so wie Du differenzieren. Ob jetzt der Hund alt und krank war, oder ob er noch jung war, wie z.B. Cora und Yankee. Es schmerzt. Es ist bei mir komischerweise so, dass ich die Hunde nur sterbend und tot sehe. Also nur die letzten Bilder. Das erddrückt mich.
Danke für Deine Antwort udn für Dein Interesse.

GlG, Margot und die Waules
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