Sollte man eingreifen oder besser nicht?

Gast
Hallo zusammen,
gestern Abend, nach einem Besuch fuhr ich vom Parkplatz und mußte beobachten wie ein DSH einen Spaziergänger immer wieder attackierte. Kein voller Angriff, denn jedes Mal wenn der Spaziergänger dem Hund frontal gegenüberstand drehte er seitwärts ab. Die HH/HF/rin, ca. 17-18 Jahre alt stand mehr oder weniger hilflos in der Gegend rum und versuchte ihren Hund zu sich zu locken, sie ging in die Hocke, klopfte auf ihr Knie und lockte mit sanften Tönen. Da der Hund immer wieder dicht um meinen Wagen lief, dann wieder zum Fußgänger rannte und zurück wollte ich nicht einfach den Hund anfahren und blieb stehen. Was meint ihr, eingreifen oder nicht?
LG, Alidasy mit Banditen
Gast
  • Rudelbeschützer
Ja, klar. Aber nur wenn man körperlich auch wirklich in der Lage ist einzugreifen. Man brauch nicht nur Mut und Kraft, sondern vor allem Erfahrung im Umgang mit (unerzogenen,aggressiven ) Hunden.Ich denke mal (so wie es hier beschrieben wurde) , dass dieser Hund, wenn er sich plötzlich einer resoluten Person gegenüber stehen sieht, doch ziemlich schnell sein Heil in der Flucht sucht.Ist man selbst aber unsicher, wird auch ein unsicherer Hund zumindest einen Scheinangriff starten.Traut man sich nicht zu erfolgreich einzugreifen, dann sollte man doch lieber die Polizei rufen.Schließlich geht die eigene und die Gesundheit des Angegriffenen vor.Also, überzeugend eingreifen oder Hilfe holen.
Liebe Grüße von Melwin.
holy underdog
  • Rudelbeschützer
Beiträge: 3812
Frage: Wie ist die Sache weitergegangen ? Hast Du eingegriffen ?

Ich denke schon, dass man in einer solchen Situation, wie Du sie schilderst, eingreifen sollte, denn offensichtlich war die Halterin überfordert.
Ob man sich zutraut, selber einzugreifen, oder offizielle Hilfe dazuholt, ist abhängig davon, wie man die Situation, den Hund und sich selber einschätzt.

War der Hund "voll agro" ? Oder eher irritiert/unsicher ?
Ich hätte erst mal getestet, wie der Hund reagiert hätte, wenn ich aus dem Auto ausgestiegen wäre.


Was ich nämlich an der Sache überhaupt nicht verstehe, ist:
Warum hat die Halterin ihren Hund, der einen anderen Menschen bedrängt, bedroht (ggf. sogar gefährdet) nicht sofort einkassiert ?

Das heisst: hin - anleinen - Hund sicherstellen !


Warum hat die Halterin nicht selber DIREKT eingegriffen ? Hatte sie evtl. "Schiss" vor ihrem eigenen Hund ?

Wie muss man sich die Situation räumlich vorstellen ? Enger Parkplatz - überall Autos drumrum ?

War die HH auch mit einem Auto auf diesem Parkplatz ?
Was tat der "Spaziergänger" auf dem Parkplatz ? Wollte er zu seinem Auto ?
Gab es im Vorfeld lautstarke verbale Auseinandersetzung zwischen dem Spaziergänger und der Halterin ?

LG holy underdog
„Haben Tiere eine Seele und Gefühle“ kann nur fragen, wer über keines der beiden verfügt.
(Eugen Drewermann)
halunke
  • Begleithund
Beiträge: 1222
ich halte es da wie melvin. ohne die situation gesehen zu haben, würde auch ich abwägen wie aggro der hund ist, wie wesensfest ich grad im sattel sitz und wie brenzlig die situation wirklich ist...sehr schwierig...
ich hoffe inständig, dass alles glimpflig ausgegangen ist, die halterin genug mumm hatte sich anständig zu entschuldigen und kein weiterer hundehasser aus der situation hervorgegangen ist
Viele Leute glauben zu denken, wenn sie lediglich ihre Vorurteile neu ordnen!
-William James-
Gast
Hallo Melwin, hallo Holyunderdog,
erstmal, nein ich habe nicht eingegriffen weil sich der Angegriffene m.M.n. sehr gut selbst den Attacken erwehren konnte.
Die Hündin schoß immer wieder von hinten auf den Mann zu, ohne Gebell, und versuchte ihn von hinten zu fassen. Der Hund machte auf mich eher einen sehr unsicheren Eindruck, von der Sorte, die man als Figurant nur ungern arbeitet. Die Halterin war hoffnungslos überfordert, versuchte mit Locken und hinter dem Hund herlaufen ihn zum Zurückkommen zu bewegen. Der Parkplatz ist weiträumig, am Stadtrand gelegen und nur dürftig beleuchtet, auch standen nur noch wenige Autos rum. Die vom Parkplatz abgehenden Wege sind dunkel (unbeleuchtet) bis auf den in die Stadt führenden. Ich hatte Hund und Halterin vorher schon durch die Fußgängerzone Richtung Parkplatz gehen sehen und war freudig überrascht dieses Tier so sauber Fuss laufen zu sehen. Was kann man in so einer Situation tun? Zu zweit (Fremder und HH) hinter dem Hund herlaufen? Der Hund ist in jedem Fall schneller. Die HH körperlich bedrängen um so die Aufmerksamkeit des Hundes auf mich zu lenken und ihn zu fassen zu kriegen? Von der HH/rin hatte ich den Eindruck das man schnell noch mal Gassi geht um dann in die Disco auf zu brechen. In Gedanken schon beim Vergnügen, nicht auf den Hund geachtet und schon läuft die Sache aus dem Ruder. Ich frage mich immer wieder, warum läßt man einen so unsicheren Hund an der Grenze zwischen Hell und Dunkel von der Leine? Zumal da auch noch diverse Wege entlangführen.
LG, Alidasy
holy underdog
  • Rudelbeschützer
Beiträge: 3812
ah, ja...vielen Dank für die Info !

So ähnlich hab ich mir das auch vorgestellt - ich bin mit Absicht erstmal nicht auf das geschätzte Alter der "Halterin" eingegangen...sonst heisst es gleich: die "Alten" denken immer, die "Jungen" könnten nicht verantwortungsvoll mit Hunden umgehen. Ist ja auch leider oft so !

Aber ich kenne auch genügend junge Leute (auch echte Jugendliche), die super gute Hunde"führer" auch für grosse Hunde sind !

In o.g. Fall spekulier ich einfach mal weiter: die Hündin gehört gar nicht der 'jungen Dame' sondern dem Vater zum Beispiel....

Haltertyp, Hundetyp und das daraus folgende (Fehl-)Verhalten passen in meinen Augen auch irgendwie nicht zusammen...

Wie auch immer - schlimm ist nur, dass solche Vorfälle mal wieder Wasser auf die Mühlen der Hundefeinde ist - wie halunke schon geschrieben hat.

LG holy underdog
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(Eugen Drewermann)
Zuletzt geändert am 08.09.2014 10:38 Uhr
Gast
Hallo zusammen,
also ich fühle mich durchaus in der Lage einem Hund entgegen zutreten ohne offizielle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Habe genug Erfahrung (auch mit "richtigen" Hunden) und bin auch körperlich dazu in der Verfassung dazu. Offizielle Hilfe ist so eine Sache, meist kommen die Herrschaften zu spät und dann hat der HH auch noch richtigen Ärger am Hals. Solange niemand verletzt wird, oder andere Schäden entstehen verzichte ich lieber darauf. Andererseits wäre es vielleicht nicht falsch wenn solche nachlässigen Hundehalter mal von offizieller Seite auf ihr Fehlverhalten aufmerksam gemacht würden.
LG, Alidassy mit Banditen
Lincan
  • Begleithund
Beiträge: 1390
Mir ist etwas aufgefallen:

Der Hund zeigte vorher ein sehr gutes ANTRAINIERTES Verhalten, doch im Bereich ERZIEHUNG (Abbruch des Verhaltens, auf Chefin hören) gab es dort große defizite.

DAS erlebe ich leider oft - und dann wird gesagt, dass der Hund doch eine Super-BH abgelegt hat.....

Ich hoffe, dass in HuSchus und Vereinen ALLTAGSTAUGLICHKEIT anstatt Millimeterarbeit vermittelt wird! Für Sportler kann es durchaus (evtl. zusätzlich) eine Sport-BH geben, die auf Millimeter fokussiert ist (NEIN, KEIN Sport-BH - was habe ich da geschrieben, bitte richtig gelesen )
Nicht meine Hunde brauchen einen Maulkorb sondern ich!
halunke
  • Begleithund
Beiträge: 1222

Sport-BH...so os...*schmunzel*

ja leider wird die schere zwischen alltagstauglicher erziehung (abruf, abbruch, ohne leine laufen) und aufkonditionierter situationshötigkeit immer größer.
ich bin nicht im hundesport unterwegs und war privat als zuschauer letztens auf einem agility-turnier. au backe, war ich überrascht wie schlecht einige hunde dort erzogen waren...parcours liefen die wie ne eins, aber direkt vor und nach dem ziel waren sie teilweise nicht abrufbar. (es waren natürlich auch echt toll erzogenen hunde dabei)
nicht falsch verstehen, natürlich bedingt agility im verein keinen unerzogenen hund. ich war nur sehr überrascht wie schlecht manche hunde in alltäglichen situationen erzogen sind, die halter aber offensichtlich eine menge zeit in ihre tiere investieren...

da waren einige hunde dabei, bei denen ich mich nicht wundern würde, wenn mir einer die oben genannte geschchte erzählen würde.
Viele Leute glauben zu denken, wenn sie lediglich ihre Vorurteile neu ordnen!
-William James-
Gast
Hallo Halunke,
in den letzten Jahren habe ich mehrere Welpen aufgezogen und war in diversen Hundeschulen bzw. Vereinen zur Welpenspielstunde. Nur in einem Verein (kein Verbandsanschluss) wurde Wert auf Alltagstauglichkeit gelegt Aber auch meine Schutzhunde (VPG) waren jederzeit auch aus dem Angriff abrufbar. Darauf wurde im Verein großer Wert gelegt. Aber das war im vorigen Jahrhundert.
In meine Banditen habe ich auch sehr viel Zeit investiert, aber auf anderen Gebieten, nämlich besagte Alltagstauglichkeit. Erst danach habe ich angefangen das eine oder andere Spezialgebiet zu üben. Hundesportler betrachten ihre "besten Freunde" wohl eher als Sportgeräte.
LG, Alidasy mit Banditen
Zuletzt geändert am 09.09.2014 11:47 Uhr
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